2016 Riesling Spätlese

Niedermenniger Herrenberg feinherb

Hofgut Falkenstein, Konz-Niedermennig (Mosel/Saar)

12 Euro

 

Mein Lieblingswein aus der phantastischen 2016er Kollektion des Hofguts Falkenstein. Die 2016er Spätlese aus dem Herrenberg, Erich Weber nennt den Wein liebevoll „Sidney“, verströmt im Glas Düfte nach Zitronenmelisse, reifen Aprikose und Mango sowie einem Hauch Minze. Der rassige, fast schwerelos wirkende Riesling mit gerade einmal 7,5% Alkohol, wie er nur an der Saar gedeiht, hat Biss und diesen unnachahmlichen Geschmack nach grünen Äpfeln.

 

Die einladende Fruchtsüße wird dabei von den nicht spürbaren 14 Gramm Säure perfekt abgepuffert. Die federleichte Spätlese wirkt belebend, vitalisierend und erfrischend zugleich. Kein Wunder, dass der neue Winzerstar am Weinhimmel morgens nach einer Flasche Riesling die 20 Kilometer Joggingstrecke locker in Angriff nehmen kann.

 

Die 2016er Herrenberg Spätlese feinherb hat eine große Zukunft vor sich. Noch in 20 Jahren wird man den Wein bedenkenlos trinken können. Das einzige Problem hierbei dürfte sein, dass die Weine vom Hofgut Falkenstein aus der aktuellen Kollektion fast alle bereits ausverkauft sind.

 

Ach Übrigens: Zu jedem Wein von Erich gehört eine Geschichte. So auch von „Sidney“: Dessen Parzellen aus der Lage Herrenberg, gehörten ursprünglich einem Ehepaar aus Niedermennig, das nach Australien ausgewandert ist.

 

Weinempfehlung von Heinz Fuchs, Juni 2017


2016

Riesling Schodener Herrenberg (Lochriesling)

Weinhof Herrenberg,

Schoden (Mosel/Saar)

11,50 Euro

 

Das ist ein Saar-Riesling? Verdutzt „kaut“ der Genießer auf dem ungemein saftigen und schmelzigen Lochriesling vom Weinhof Herrenberg. Eine solche Üppigkeit und Cremigkeit würde man bei einer Blindverkostung eher in der Südpfalz oder im Rheingau verorten. Wäre der Lochriesling eine Frau, würde es vermutlich die Knöpfe an der Bluse sprengen. Vollreife Früchte wie Mango, Pfirsich und Maracuja animieren immer wieder zum nächsten Schluck. Nach einiger Zeit lugt dann hinter der von etwas Restsüße getragenen Opulenz doch die feine Saar-Säure hervor. Diese Säure verleiht dem cremigen Schmeichler eine lebendige Frische.

Weingenuss pur!

 

Bei Claudia und Manfred Loch gibt es keine Basisqualitäten. Sehr reifes und stark selektioniertes Lesegut machen schon aus dem Einstiegsriesling einen hochwertigen Spitzenwein. Der Biobetrieb erzeugt seit 1992 an der Saar höchst eigenwillige und konzentrierte Rieslinge. Handlese, strenge Ertragsbeschränkung und absolute Top-Lagen sind die Basis für den hart erarbeiteten Erfolg. Die Quereinsteiger haben in wenigen Jahren einen eigenen Stil mit unverwechselbaren Weinpersönlichkeiten entwickelt.

 

Wenn das die „neue Saar“ ist, darf sich der Weinfreund freuen. 

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, April 2018 


2016 Riesling Kabinett Würtzberg

Weingut Würtzberg, Serrig (Saar)

11 Euro

 

 

 

 

Das Weingut Würtzberg, ehemals Dr. Siemens, thront hoch über der Saar. Das Gut wurde im Sommer 2016 von der Familie Heimes übernommen. Mit der klassifizierten Steillage Würtzberg verfügt das ehemals preußische Weingut über eine herausragende Einzellage im Alleinbesitz.

 

Insbesondere dem hohem Anteil an rotem Schiefer verdankt der Würtzberg seinen Namen. Es ist diese anhaltende Saftigkeit, die einen Schluck für Schluck immer mehr verzückt und nicht eher ruhen lässt, bevor nicht der letzte Tropfen aus der Flasche über die Lippen geflossen ist. In der Nase reife Pampelmuse und Zitronenabrieb. Eine herrliche Prise Frühling steigt aus dem Glas, man vergisst fast das Trinken…

 

Im Mund besticht dieser fruchtig zarte Kabinett durch feinste Mandarinenaromen und eine perfekt abgepufferte Säure. Litschi und Ananas am Gaumen gepaart mit einer wilden Exotik hinterlassen eine Gänsehaut auf der Zunge!

 

Mit gerade einmal 8,5% Alkohol ist der Würtzberg ein wahres Meisterwerk an Geschmack und Tiefe mit hedonistischem Trinkfluss.

 

Weinempfehlung von Heinz Fuchs, Februar 2018 


2016 Riesling LMEAAX

Weingut von Hövel, Konz-Oberemmel

(Mosel/Saar)

13,95 Euro

 

 

„LMEAAX“ ist kein Schreibfehler, der ja sogar auf Weinetiketten vorkommen soll. Der Saar-Riesling entpuppt sich als Ergebnis

einer grenzübergreifenden Kooperation der luxemburgischen TV-Köchin Lea Linster und Max von Kunow, dem jungen Eigentümer des deutschen Traditionsweinguts von Hövel. Der Name LMEAAX setzt sich aus den Vornamen der beiden Schöpfer zusammen

und symbolisiert das kongeniale Zusammenwirken von Speisen und Wein. Der Riesling ist Teil ihres gemeinsamen Projekts „crossmosel“. 

 

Der feinherbe Riesling LMEAAX ist in der Tat ein idealer Speisenbegleiter. Ganz fein strukturiert, wenig Alkohol und durch die zarte Säure kaum wahrnehmbare Süße. Im Glas entwickeln sich weiche Fruchtaromen nach Steinobst und reifen Äpfeln. Kein Lautsprecher, sondern ein Wein, der sich im Hintergrund hält, aber zugleich die Sinne für Nuancen schärft.

 

Max von Kunow leitet das über 200 Jahre alte Familienweingut an der Saar in 7. Generation. Das VDP-Weingut verfügt über hervorragende Lagen, darunter nicht nur Anteile am legendären Scharzhofberg, sondern auch Monopollagen wie die Oberemmeler Hütte. Max von Kunow präsentierte in den letzten Jahren eine ganze Palette perfekt abgestimmter Saar-Rieslinge. Das imposante Anwesen in Oberemmel ist regelmäßig Gastgeber beim Saar-Riesling-Sommer. Dort können nicht nur zahlreiche

Saar-Rieslinge, sondern auch Weine von Gastwinzern z. B. aus Luxemburg verkostet werden. Wenn die grenzübergreifende Zusammenarbeit immer so gut funktionieren würde, wäre es um das europäische Projekt gut bestellt.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Januar 2018 


2015  Riesling Forster Ungeheuer GG                                                           

Weingut von Winning, Deidesheim (Pfalz)

28 Euro

 

 

Waren Sie schon einmal auf einer Ü-90-Party? Nein, ich meine nicht das Sommerfest des örtlichen Seniorenheims. Es geht vielmehr um eine kleine Geburtstagsfeier, auf der nur Weine serviert wurden, die in den beiden wichtigsten Weinführern Deutschlands mit über 90 Punkten bewertet wurden.

Bei den trockenen Rieslingen setzte sich der 2015er Forster Ungeheuer des Weinguts von Winning aus der Pfalz durch. Das Große Gewächs aus der berühmten Lage, die schon Goethe und Bismarck verzückt hat, profitiert von einer vielschichtigen Bodenstruktur aus Buntsandstein, Kalk und vulkanischem Basalt. Zu diesem ausgezeichneten Lagenpotenzial der Pfälzer Mittelhaardt kommt der individuelle Ausbaustil von Betriebsleiter Stephan Attmann. Die Rieslinge werden spontan ohne künstliche Kühlung vergoren und reifen überwiegend im großen Holzfass. Die Weine bleiben lange auf der Hefe.

Das 2015er Ungeheuer ist ein ungemein dichter und vielschichtiger Riesling. Der spürbare Holzeinsatz verleiht dem Großen Gewächs Würze und leicht rauchige Noten. Am Gaumen dominieren florale Aromen nach Hyazinthen und dezenten Citrus-Früchten. Den Genuss komplettiert ein endloses Finish. Ein Monument von zeitloser Eleganz und würdevollem Charakter.

Die herausragenden Rieslinge des Weinguts von Winning aus den Jahrgängen 2015 und 2016 probieren Sie am Schönsten direkt im Deidesheimer Weingut in der neuen Vinothek oder dem angegliederten Restaurant „Leopold“.

Übrigens erreichten bei der Geburtstagsfeier alle verkosteten Weine in der internen Party-Benotung die 90-Punkte-Marke. Bemerkenswert war, dass die Bewertungen der beiden „Hauptverkoster“ des Weinvereins deutlich homogener waren als die Noten der beiden Weinführer.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, August 2017


2015 Riesling Erdener Treppchen Alte Reben GG

Weingut Dr. Loosen, Bernkastel (Mosel)

25 Euro

 

Stairway to heaven: nein, heute einmal nicht von Led Zeppelin, sondern von Ernie Loosen. Und wie beim Top-Hit aus vergangenen Tagen führen auch in der sehr steilen Riesling-Lage Erdener Treppchen viele Stufen gen Himmel. Der Wein-Globetrotter Ernst Loosen aus Bernkastel produziert aus seinem großartigen Lagen-Portfolio an der Mittelmosel sechs verschiedene Große Gewächse. Das Große Gewächs Erdener Treppchen stammt aus der ältesten Parzelle der aus eisenhaltigem roten Schieferboden bestehenden Lage. Das Erdener Treppchen grenzt unmittelbar an den berühmten Prälat, hat aber durch den

vulkanischen Ursprung ein ganz eigenständiges Gepräge.

 

Alte Reben bedeutet im Weingut Dr. Loosen überwiegend wurzelechte, zum Teil 100 Jahre alte Reben. Das Große Gewächs wird im 1000-Liter-Fuder spontan vergoren und liegt zwölf Monate auf der Vollhefe. Dies ergibt ungemein spannungsreiche, komplexe Aromen, in denen Schiefer, kräuterige Noten und ganz dezente Fruchtnoten ein grandioses Wechselspiel eingehen. Ein dicht gewobener Aromen-Teppich nach Tee, Orangen und Mandarinen machen den Wein im weiteren Verlauf zu einem individuellen, unverwechselbaren Genuss. Muskulöse Kraft ohne ein Gramm Fett.

 

Der weitgereiste Winzer, dessen Weine weltweit exportiert werden, will in seinen Rieslingen die Lage erlebbar machen. Beim Erdener Treppchen aus 2015 ist ihm dies wieder einmal gelungen. Der Riesling schmeckt übrigens auch zu Led Zeppelin.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, April 2018 


2015  Riesling Vulkangestein                                                           

Weingut Schäfer-Fröhlich, Bockenau (Nahe)

14,50 Euro

 

Straight. Elektrisierend. Vibrierend. Diese Attribute werden häufig für die sensationellen Rieslinge von Tim Fröhlich verwendet. Die spontan vergorenen Rieslinge des Weinguts Schäfer-Fröhlich sind allesamt druckvolle Unikate. Der Bockenauer Starwinzer verkörpert wie kein Zweiter den Aufstieg des Nahe-Rieslings in den letzten Jahren. Und kein Anderer steht so für spannungsgeladene Mineralität wie der jugendliche Power-Winzer mit dem Büsten-Haarschnitt. Es dürfte mehr als ein Gerücht sein, dass Kahlköpfige ihr Haupt mit dem Vulkangestein einreiben und danach eine Heckenschere für die neu sprießende Haarpracht benötigen. In erster Linie sollte man den Vulkangestein jedoch trinken, denn 2015 war an der Nahe ein absoluter Parade-Jahrgang. Im derzeit noch jungen Entwicklungsstadium muss man dem Energy-Drink vor dem Genuss einige Zeit Luft zur vollen Entfaltung gönnen.

 

Der Vulkangestein kommt zu etwa gleichen Teilen aus den Große-Gewächs-Lagen Stromberg und Felsenberg. Der Riesling zeigt gelbgrüne Reflexe und hat bereits in der Nase enormen Druck. Im Mund schlank, rassig, fein strukturiert und filigran. Ein Typ wie Nadja Auermann.  Der 2015er vom Vulkan hat trotz des moderaten Alkohols eine unglaubliche Dichte. Er zeigt hinter der Mineralität zarte Süße. Elegante Zitrusfrüchte, exotische Nuancen, etwas Mandarine, reife Quitte und vollreife Grapefruit. Der Vulkangestein hat eine schöne Länge und ist sehr ausbalanciert.

 

Der Gesamteindruck: Laserstrahl, Rasse, Klasse. Ruhe suchende Schwach-Stromer sollten lieber Tee trinken.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, März 2017


2015  Riesling Oestricher Doosberg (Alte Reben)                                                           

Weingut Spreitzer, Oestrich-Winkel (Rheingau)

13,30 Euro

Tradition und Moderne. Junger Wein von alten Reben. Der Rheingau ist die „Wiege der deutschen Riesling-Kultur“. Wie ein sehniger schwarzer Panther auf der Jagd nach fetter Beute befindet sich die altehrwürdige Region auf dem Sprung in die Zukunft. Musterbeispiel für die Aufbruchsstimmung an den Südhängen des Rheins ist das VDP-Weingut Spreitzer in Oestrich-Winkel. Der 1641 gegründete Traditionsbetrieb ist ein typisches Familiengut mit einer stattlichen Fläche von 22 Hektar. Über 95 % der Rebflächen sind mit Riesling bestockt. Im barocken Gutsgebäude tut sich Erstaunliches.

Nach einem Betriebsrundgang durch historische Kellergewölbe mit sehenswerten Schmuckfässern landet der Besucher am langen Probiertisch einer ultramodernen Vinothek. Dort schmeckt der Weinliebhaber in den Rieslingen hautnah, wie sich Historie und Moderne zu einem genussvollen Gesamtkunstwerk vereinen. Rieslinge, die wie Scarlett Johansson mit barocken Formen taufrische Eleganz und leidenschaftliche Lebensfreude vermitteln. 

Die Südlage Oestricher Doosberg birgt in ihren Böden aus Lehm, Löss und Quarzit beste „Zutaten“ für absolute Spitzenrieslinge. Der herausragende Jahrgang 2015 der „Alten Reben“ kündigt schon in der Nase sanfte Fruchtaromen an. Am Gaumen entfalten sich langsam Noten nach rotem Apfel, saftigem Pfirsich und reifen Mirabellen. Im weiteren Verlauf biegt ein zweiter Früchtekorb mit Mango, Maracuja und Papaya um die Ecke. Umrahmt wird die Fruchtexplosion von einer fast cremigen Textur der 45 Jahre alten Reben. Die fein strukturierte Säure bildet einen harmonischen Kontrapunkt zu dieser üppigen Aromenvielfalt. Spreitzer bietet mit dem Doosberg einen stoffigen, aber trotzdem frischen Riesling für einen Extrakt reichen Trinkgenuss. Der junge Wein ist bereits trinkreif, hat aber noch ganz viel Potenzial.

Das Weingut Spreitzer hat im Jahrgang 2015 eine außergewöhnlich gute Kollektion vorgestellt. Die Riesling-Phalanx zeigt vom Gutswein bis zu den Großen Gewächsen eine durchgängig hohe Qualität. Bei Spreitzer ist die Zukunft bereits da.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, März 2017 


2015  Riesling Burrweiler Altenforst Granit                                                           

Weingut Graf von Weyher, Weyher (Pfalz)

8,70 Euro

Wer ist der Graf von Weyher? Finden wir ihn in einem prunkvollen Barock-Schloss in Pfälzer Halbhöhenlage? Weit gefehlt! Wir landen mitten in dem typisch Pfälzer Weindorf Weyher in einem eher profanen Gutsgebäude.

 

Aber in diesem unscheinbaren Anwesen tut sich Erstaunliches: Die Jungwinzer Jürgen und Peter Graf haben sich aufgemacht, mit modernen Weinen das Potenzial ihrer Weinlagen in Weyher und der Umgebung auszuschöpfen. Inspiriert von Auslandsaufenthalten bis nach Neuseeland mischen die Brüder gerade die Pfälzer Weinszene auf. Ein Doppelsieg im Nachwuchswettbewerb „Die junge Südpfalz“ und Spitzenbewertungen im Gault Millau 2017 sprechen eine eindeutige Sprache. Aushängeschild der beiden Jungwinzer ist die trockene Riesling-Serie. Schnäppchenjäger sollten sich beeilen. So viel Riesling für so wenig Euro wird es bei den Grafen nicht mehr lange geben.

 

Prunkstück der 2015er Kollektion ist der Riesling Granit aus dem Burrweiler Altenforst. Der goldgelbe Riesling verströmt in der Nase fein ziselierte Fruchtaromen nach Aprikose und Grapefruit. Am Gaumen spürt man eine druckvolle Dynamik und vibrierende Frische. Perfekt austariertes Zusammenspiel zwischen Granitgestein und tänzelnden Citrus- und Pfirsichnoten. Der junge Riesling steht erst am Anfang seiner Entwicklung. Es dürfte aber schwerfallen, im Weinkeller noch einige Jahre am Granit vorbei zu laufen.

 

Bislang gibt es noch keine Meldungen, dass die Grafs in den Adelsstand erhoben wurden. In den Wein-Adel der Südpfalz können sie es aber schaffen. Weiter so! 

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, November 2016


2015  Riesling Lias Epsilon                                                           

Weingut Bosch, Kronau (Baden)

16,50 Euro

Andreas Braunecker, der Betriebsleiter des noch jungen Weinguts Bosch im badischen Kronau, präsentiert stolz Gesteinsproben aus dem Langenbrückener Posidonienschiefer. In den verwitterten Ton-Böden sieht man die seit Jahrmillionen in den Kraichgau-Hügeln eingelagerten Fossilien. Dieser Laune der Natur verdankt die treue Kundschaft des Geisenheim-Absolventen den Spitzenriesling Lias Epsilon.

Der aus dem Ausnahmejahrgang 2015 gekelterte junge Riesling braucht etwas Luft, um seine volle Pracht zu entfalten. Helles Goldgelb blitzt aus dem Glas. Düfte nach Weinbergpfirsich und Limette verheißen prallen Trinkgenuss. Im Mund fast cremige Stoffigkeit, wohlproportionierte Substanz und barocke Kraft. Der Power-Riesling ist aber mit einem erfrischenden Säurestrang und strukturgebender Mineralität unterlegt, die den voluminösen Früchtekorb abfedern. Exotische Aromen-Fülle nach reifer Maracuja, ein wenig Litschi und heller Melone kleiden den Mundraum aus wie eine Klangwolke einen Konzertsaal. Es gibt wenige Rieslinge im Kraichgau, die diese vielschichtige Komplexität ausstrahlen. Der Lias Epsilon des Weinguts Bosch beweist, dass es auch in Baden herausragende Rieslinge gibt.

2015 war einer der besten Weißweinjahrgänge des Weinguts Bosch. Neben dem Spitzenriesling Lias Epsilon gilt vor allem der Scheurebe und dem Grauburgunder eine klare Kaufempfehlung. Andreas und Nadine Braunecker tasten sich langsam aber sicher an die Gebietsspitze im Kraichgau heran.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Februar 2017


2015 Riesling Kabinett Kupp

Weingut von Othegraven, Kanzem Mosel/Saar)

13,50 Euro

Bereits bei der 1000,- Euro-Frage, "wo liegt denn die Ortschaft Kanzem", wäre bei den meisten Kandidaten der Quizshow „Wer wird Millionär" ein Joker fällig. Nicht so bei Günther Jauch, dem bekannten Fernsehmoderator und Journalisten, dem der kleine beschauliche Ort, direkt an der Saar gelegen, seit seiner Kindheit wohl bekannt ist.

2010 kaufte er das Traditionsweingut von Othegraven und führt es in siebter Generation Schritt für Schritt zu altem Glanz!

Jauch ist Nachkomme von Emmerich Grach (1753-1826), welcher das Weingut 1805 erwarb.

1824 übernahm Franz Anton Weißebach, der Ehemann von Katharina Grach, das Weingut.

Nach dessen Tod führte es der Sohn Julius Weißebach weiter und danach dessen zwei Söhne. Die beiden Erben blieben jedoch kinderlos, so dass der Gutsbetrieb an den Neffen von Carl Weißebach, Maximilian von Othegraven übergeben wurde. 1995 erbte Dr. Heidi Kegel, geb. Baum, Nichte von Maria von Othegraven das Weingut und verkaufte es an Günther Jauch, einem Enkel von Elsa von Othegraven, und damit wieder in die Linie der direkten Nachfahren der Grachs.

Bekannt wurde das Weingut durch seinen Krematoriums-Wein des Jahrhundertjahrgangs 1921.

Seit 1988 erinnert der jährlich in Trier verliehene Franz-Weißebach-Preis an diesen Wein.

Sehenswert ist das Gutshaus mit seinem zauberhaften Englischen Garten und dem alten Baumbestand. Diese Gesamtanlage bildet ein Kulturdenkmal und steht deshalb unter Denkmalschutz. Im Hintergrund - die sogenannte "Wand" - die Lage Kanzemer Altenberg, welche bis zu 85 % Hangneigung aufweist. Der Kanzemer Altenberg bildet mit 250 Metern Hanglänge die längste Steillage Deutschlands und eine der längsten Steillagen weltweit.

Der 2015er Kupp Kabinett verkörpert den typischen Saar-Riesling, wie man ihn schätzt und liebt. Feingliedriger Körper, moderater Alkoholgehalt, getragen von einer lebendigen Säure. In der Nase Zitrus-Melisse, brandet der junge Riesling Schluck für Schluck schmeichlerisch auf die Zunge und verströmt dabei reife Mango-Aromen. Die dezente Fruchtsüße macht dabei Appetit auf mehr.

Weinempfehlung von Heinz Fuchs, Januar 2017


2015  Riesling Burrweiler Altenforst Schiefer                                                           

Weingut Graf von Weyher, Weyher (Pfalz)

8,70 Euro

Die Entdeckung der jungen Pfälzer Weinszene im Jahrgang 2015 ist das Weingut Graf von Weyher. Erfolge wie der Doppelsieg im Nachwuchswettbewerb der jungen Südpfalz und Aufsteiger im renommierten Weinführer Gault Millau sprechen für sich. Leitrebsorte der Graf ´schen Weine ist der Riesling in verschiedenen Variationen. Die Bodenunterschiede werden dabei präzise herausgearbeitet. Stilbildend bleiben aber immer druckvolle und vibrierende Weine. Mit einem Wort: straight.

Der Schiefer aus dem Burrweiler Altenforst ist 2015 einer dieser punktgenauen, elektrisierenden Rieslinge. Die elegabnte Mineralik des Schieferbodens und die fein ziselierten Fruchtaromen nach Apfel, Aprikose, Pfirsich und Grapefruit gehen eine quirlige Symbiose ein. Der Wein zeigt sich enorm druckvoll und lebendig. Trinkgenuss pur für einen jung-dynamischem Riesling-Auftritt.

Die junge Generation der Graf-Brüder hat enormen Schwung in das Weingut in den Pfälzer Hanglagen gebracht. Nicht nur die Rieslinge, auch der Chardonnay verdient in den nächsten Jahren höchste Aufmerksamkeit. Und Weyher rückt auch dank der Grafs immer mehr ins Zentrum interessierter Weinnasen in der Südpfalz.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Januar 2017


2015  Riesling                                                           

Weingut Klenert, Kraichtal-Münzesheim (Baden)

7,50 Euro

 

Der Kraichgau ist wie ganz Baden in erster Linie Burgunderland. Es gibt aber auch im Kraichgau vereinzelt hervorragende Riesling-Lagen wie die Husarenkappe in Sulzfeld oder den Tiefenbacher Schellenbrunnen. So konnte man gespannt sein, in welcher Qualität der Münzesheimer Jungwinzer David Klenert seinem ersten Riesling präsentiert.

 

Um es vorweg zu nehmen: Der hellgelbe Riesling von David Klenert ist das Highlight der kleinen, aber feinen Kollektion. Der 2015er verströmt in der Nase typische Citrus-Noten. Am Gaumen gesellen sich Fruchtaromen nach Grapefruit und Aprikose hinzu. Stil bildend ist aber ein mineralisches Grundgerüst mit bodengeprägten, kräuterigen Noten. Man denkt unwillkürlich an Weine der Pfälzer Riesling-Ikone Hansjörg Rebholz. Klenert zeigt einen druckvollen Riesling mit einem feinen Säure-Nerv. Vielleicht nicht everybody´s darling, aber ein anspruchsvoller Wein für Kenner.

 

David Klenert kann mit seinem Debut sehr zufrieden sein. Die 2015er Weine zeigen sich durchgängig als individuelle Charaktere. Es ist dem Jungwinzer zuzutrauen, sich in den nächsten Jahren an die Spitze der Region heranzutasten.

 

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, März 2016


2013 Riesling Kabinett Bopparder Hamm Engelstein

Weingut Weingart, Spay (Mittelrhein)

8 Euro

Der 2013er Rieling Kabinett von Florian Weingart duftet nach frisch gepflückten exotischen Früchten. Mango- und Litschiaromen  mit prickelnder Süße tänzeln förmlich auf der Zunge. Der Wein ist enorm belebend und klar wie ein Gebirgsbach. Ein Kabinett der Extraklasse. Der Mittelrhein bietet, wie kaum ein anderes Weinanbaugebiet, ein hervorragendes Preis- Genuss-Verhältnis. Das kleine Familienweingut Florian Weingart bewirtschaftet gerade einmal 5,5 Hektar Rebfläche. Jahr für Jahr werden hier Rieslinge erzeugt, die jeweils zur Gebietsspitze zählen.

Weinempfehlung von Heinz Fuchs, Juli 2015


2013 Riesling Schilfsandstein

Weingut Beurer, Kernen im Remstal (Württemberg)

10,50 Euro

Riesling aus Württemberg hatte es in den vergangenen Jahrzehnten außerhalb des Ländles schwer. Dass sich dies langsam ändert, liegt an Rieslingen wie dem Schilfsandstein des Weinguts Beurer. Bei dem goldgelben Riesling lässt sich bereits in der Nase erahnen, dass es sich um einen spontan vergorenen Wein handelt. Am Gaumen ergeben komplexe Zitrusnoten und eine feine Mineralität ein harmonisches Gesamtbild.

Der Riesling aus dem Remstal wirkt sehr eigenständig und hat eine unheimliche Frische. Wegen des niedrigen Alkoholgehalts mit 11,5 Prozent ist der Öko-Wein für warme Sommertage prädestiniert. Jochen Beurer hat auch den schwierigen Jahrgang 2013 hervorragend gemeistert.

Die Mitglieder des Weinvereins konnten sich bei ihrem Remstal-Ausflug überzeugen, dass Jochen Beurer eine stimmige Riesling-Palette vorweisen kann. Die von Beurer praktizierte Spontanvergärung sorgt für individuelle Weine mit deutlichen Jahrgangsunterschieden. Beurer ist Mitglied der Winzergruppe „Junges Schwaben“.Neben Jochen Beurer wurden auch seine Kollegen von den Weingütern Wachtstetter und Kistenmacher-Hengerer in den Eliteverband VDP aufgenommen worden. Neben Auszeichnungen in den einschlägigen Weinführern ein klarer Qualitätsnachweis für die Gruppe.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, März 2015


2013 Riesling S Bopparder Hamm Ohlenberg Erste Lage

Weingut Matthias Müller, Spay (Mittelrhein)

9,50 Euro

Trinkfreude pur erlebt man mit diesem temperamentvollen Riesling des Weinguts Matthias Müller aus dem Ohlenberg im Bopparder Hamm. Der goldgelbe Mittelrhein-Riesling entfaltet bereits in der Nase exotische Früchte. Im Mund explodiert eine vibrierende Frische mit intensiven Noten nach Aprikose, Mango, Maracuja und Rhabarber. Der Ohlenberg mit seinen Devonschiefer- und Quarzit-Böden verleiht dem Riesling eine stoffige Textur. Im Abgang zeigt der mit etwas Restsüße ausgestattete Wein eine schöne Länge.

Matthias Müller bildet mit seinem Nachbarn Florian Weingart in Spay das Spitzenduo der Mittelrhein-Winzer. Inmitten des UNESCO-Weltkulturerbes Oberes Mittelrheintal bewirtschaftet Müller 17 Hektar Weinberge im Bopparder Hamm. Der VDP-Winzer erzeugt in erster Linie trockene und feinherbe Rieslinge.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Mai 2015


2013 Riesling Dhroner Hofberger Steillage

Weingut Esseln-Falkenburg, Dhron (Mosel)

4,80 Euro

Schnäppchen-Jäger aufgepasst! Dieser saftige Riesling aus der GG-Lage Dhroner Hofberger kostet nur einen Bruchteil der Weine benachbarter VDP-Weingüter aus der selben Lage. Dabei muss sich der spritzige Riesling mit frischen Pfirsich-, Aprikosen-, Mandarinen-  und Melonen-Aromen nicht vor seinen Nachbarn verstecken. Die Schieferverwitterungsböden, die präsente Säure und die schönen Fruchtnoten ergeben einen empfehlenswerten Tropfen. Ein Wein der Einstiegs- und Traditions-Trinkern schmeckt. Der 2013er Riesling hat jahrgangsbedingt etwas mehr Säure als sein Vorgänger aus 2012. Der 2012er entwickelte noch etwas stärkere Primärfruchtaromen.

Das Weingut Esseln-Falkenburg von der Mosel ist ein echter Geheim-Tipp. Der Winzer ist in keinem Weinführer zu finden und hat auch keine Homepage im Internet. Das Weingut führt vor allem  trockene und süße Rieslinge zu absoluten Schnäppchenpreisen. Der Winzer beliefert die Mitglieder des Weinvereins mindestens einmal jährlich persönlich. Wegen der starken Nachfrage lohnt sich auch der weite Weg von der Mosel.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Februar 2015


2012 Riesling Stirn (Fass 15)

Weingut Peter Lauer, Ayl (Mosel/Saar)

18,90 Euro

Wer individuell ausgebaute Rieslinge schätzt, ist im Saar-Weingut Peter Lauer richtig. Die spontan vergorenen Weine sind absolute Unikate, die überwiegend trocken bis feinherb ausgebaut werden. Ein gelungenes Exemplar ist der 2012er feinherbe Stirn, eine besonders privilegierte Parzelle innerhalb der Lage Ayler Kupp. Der Wein weist das Lauer-typische Aromenspiel zwischen Schiefer und Frucht auf. Sehr animierend die komplexen exotischen Früchte wie Maracuja, Mango und Aprikose und die präsente Säure. Der kristallklare Wein hat eine gute Länge. Lauer produziert charaktervolle Rieslinge mit Wiedererkennungswert.

Das Weingut Peter Lauer gehört zu den Lieblingsweingütern einiger Vereinsmitglieder. Beim Ausflug 2010 konnten sich die Teilnehmer bei einem Abendmenu im angeschlossenen Restaurant von der hohen Qualität der Lauer-Kollektion überzeugen. Senior-Chef Peter Lauer erläuterte die Philosophie des Weinguts, die Lagenunterschiede innerhalb der mit dem Weingesetz 1971 unglücklich erweiterten Lage Ayler Kupp herauszuarbeiten. Hierzu werden Rieslinge einzelner Parzellen – wie z. B. Stirn – getrennt ausgebaut und mit Fassnummern bezeichnet (z. B. Fass 15).

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Februar 2015


 2012  Riesling Tiefenbacher Schellenbrunnen                                                           

Weingut Heitlinger, Tiefenbach (Baden)

24 Euro

 

 

Das Große Gewächs aus dem Weingut Heitlinger hat jetzt nach drei Jahren eine optimale Trinkreife. Der blassgelbe Riesling zeigt in der Nase deutliche Limetten-Aromen. Im Mund zeigt der Wein die Mineralität des Stubensandsteins aus dem Tiefenbacher Schellenbrunnen. Die steile Südlage lässt aber auch weitere Aromen nach Limone, Orangenschalen, Maracuja und Mango entstehen.  So ergibt sich eine ausdrucksstarke Gesamtkomposition mit schönem Frucht-Säure-Spiel und komplexen Fruchtaromen. Ein extraktreicher Wein, der mit seinen für ein Großes Gewächs moderaten 13% Alkohol die für Riesling wichtige Frische erhalten kann. Die grüne Farbgebung der preisgekrönten Heitlinger-Etiketten ist für den frischen Riesling ein Volltreffer.  Als Speiseempfehlung bieten sich Riesengarnelen an.

Der Schellenbrunnen erreicht zwar nicht ganz das Niveau des Riesling-Klassikers Husarenkappe, dem Großen Gewächs des Partnerweinguts Burg Ravensburg. Er hat aber mit seiner kühlen Textur das Format für einen eigenständigen Spitzenriesling mit Terroir-Charakter. Ein weiteres Beispiel dafür, dass auch in Baden interessante Rieslinge auf GG-Niveau reifen können.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, April 2015


2012  Riesling Sister Act                                                           

Weingut Wirsching, Iphofen (Franken)

18,50 Euro

 

Sister Act: Tanzende und swingende Nonnen vermitteln überschäumende Lebensfreude. Dieses Bild aus der gleichnamigen Filmkomödie stand Pate für den von den beiden Wirsching-Töchtern Andrea und Lena kreierten Riesling Sister Act. Für das fränkische Traditionsweingut symbolisiert der Wein den frischen, neuen Stil der jungen Generation. Der spontan vergorene und im großen Holzfass ausgebaute 2012er Sister Act unterscheidet sich durch die lange Schlegelflasche auch optisch vom klassischen Bocksbeutel des Weinguts Wirsching.

Der von alten Reben der Iphofer Spitzenlage Julius-Echter-Berg gelesene 2012er Riesling Sister Act strahlt golden im Glas. In der Nase Aromen vom reifen Weinbergpfirsich und Quitte. Im Mund zunächst die Dichte und Kraft des Steigerwälder Gipskeupers. Schnell entwickeln sich belebende Noten nach wilden Kräutern, gelben Birnen, Aprikosen und Melonen. Der voluminöse Riesling hat einen langen Nachhall. Beste Franken-Tradition wird mit Finesse und Lebendigkeit neu interpretiert.

Ein Power-Wein der Power-Sisters.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Juli 2015


2012 Riesling Norheimer Kirschheck

Weingut Dr. Crusius, Traisen (Nahe)

13 Euro

Crusius-Rieslinge haben eine unverwechselbare Mineralik. Diese resultiert aus den besonderen Schiefer- und Vulkanverwitterungsböden an der Nahe. Der 2012er Norheimer Kirschheck ist ein Musterbeispiel für diese Crusius-Stilistik. Der Wein hat eine straffe und dicht gewobene Struktur. Der Riesling aus dem  Jahrgang 2012 geht eine harmonische Symbiose zwischen mineralischen Noten und den Fruchtaromen nach weißem Pfirsich, Banane und Melone ein.  Im Ergebnis genießt man einen eleganten und dichten Riesling. Ein animierender Trinkgenuss.

Das Weingut Dr. Crusius  hat mit seiner besonderen Stilistik eine treue Fangemeinde. In guten Jahrgängen ergeben sich ungemein komplexe Rieslinge mit ausdrucksstarker Mineralität und schöner Frucht.  Das Sortiment umfasst neben trockenen und süßen Rieslingen auch schöne Burgunderweine. Empfehlenswert sind die regelmäßig im Innenhof des Weinguts stattfindenden Kulturveranstaltungen. Dabei verfolgt Dr. Crusius ein modernes Musikkonzept, weit entfernt von antiquierter Wein-Romantik. Crusius ist ein Weingut mit Zukunft.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Juni 2015


2012 Riesling Hochheimer Hölle Kabinett                                                             

Weingut Künstler, Hochheim (Rheingau)

12,50 Euro

„A good Hock keeps off the doc!“, begeisterte sich schon die britische Königin Victoria über die Rheingau-Weine aus Hochheim. Und auf das Urteil der Briten, die sich seit Jahrhunderten aus ganz Europa zum Beispiel mit ausgezeichneten Bordeaux- und Port-Weinen eindecken, kann man sich verlassen. Heute denken Weinfreunde bei guten Weinen aus Hochheim vor allem an das Weingut Künstler.

Eine sichere Bank für Liebhaber hochwertiger Kabinett-Weine ist jedes Jahr der Riesling aus der Hochheimer Hölle von Gunter Künstler. Mittleres Goldgelb und exotische Frucht in der Nase. Kristallklare Frucht, feine Struktur und finessenreiche Mineralität sind die Hauptattribute der 2012er Hölle. Der schwere Tonboden verleiht dem Riesling auch bei moderatem Alkoholgehalt Kraft und Fülle. Vielschichtige Fruchtaromen nach Ananas, Mango, Aprikose und Maracuja verbreiten Trinkfreude. Ein stoffiger, langer Abgang komplettiert den Weingenuss.

Wenn so die Hölle aussieht, wie ist es dann erst im Himmel.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Februar 2016


2012 Riesling Hallgarten

Weingut Querbach, Oestrich- Winkel (Rheingau)

11,75 Euro

Der Hallgarten-Riesling vom Weingut Querbach zeigt ein zartes Gelb mit grünen Reflexen. In der Nase etwas zurückhaltend mit stahligen, mineralischen Noten. Am Gaumen zeigen sich dann die typischen Stärken aller Querbach-Rieslinge: Die spontan vergorenen Weine verbindet eine vibrierende Frische, die einen enormen Trinkfluss auslöst. Weiter hat der Riesling eine im Rheingau übliche Dichte und Eleganz. Eine ausgewogene Würze mit Rasse und feinen Fruchtaromen runden das harmonische Geschmacksbild ab.  Querbach-Rieslinge erzeugen gute Laune und ausgelassene Stimmung.

Der Weinverein nutzte seinen Rheingau-Ausflug zu einer Weinprobe im Weingut Querbach. Der eigenwillige Winzer, der sogar ein  eigenes Verschlusssystem für Weinflaschen entwickelt hat, präsentierte auch seine Kollektion genau umgekehrt zur reinen Lehre: Rotwein vor Weißwein; alte Jahrgänge vor jungen Jahrgängen. Das verblüffende Ergebnis der Probe: Die Weine sind extrem langlebig und zeigen keinerlei Alterungsnoten. Querbach steht für Qualität eines Querdenkers.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, März 2015


2012 Riesling Forster Musenhang, Kabinett trocken

Weingut Heinrich Spindler, Forst an der Weinstraße (Pfalz)

8 Euro

 

Das Weingut Heinrich Spindler stand lange Zeit in der zweiten Forster Reihe hinter Georg Mosbacher und Acham-Magin, hat aber in den letzten Jahren kräftig aufgeholt. Die Aufnahme in den Talentpool des VDP ist ein deutliches Zeichen für diese kontinuierliche Qualitätssteigerung.

Entgegen der landläufigen Meinung können trockene Rieslinge mit Substanz auch im Kabinett-Bereich noch nach Jahren mit Genuss getrunken werden. Heute haben wir einen 2012er Forster Musenhang Kabinett trocken geöffnet. Der Musenhang ist eine sehr schöne kleine, vom Waldrand geschützte Lage.

Unsere Notizen: Zartgrün im Glas, grüne Früchte in der Nase, sehr präsente Säure und frische Apfel- und Pfirsicharomen. Dieser Wein wird auch in ein bis zwei Jahren noch munden!

Die Weine von Heinrich Spindler können in dem gemütlichen Gutsausschank bei guter Pfälzer Küche verkostet werden.

Weinempfehlung von Karl-Heinz Glaser, Juli 2015


2011 Riesling Zeltinger Sonnenuhr Spätlese (weiße Kapsel)

Weingut Markus Molitor, Bernkastel-Wehlen (Mosel)

18,90 Euro

Zeltinger Sonnenuhr + Markus Molitor = Weltklasse

Wenn ein Perfektionist wie Markus Molitor Riesling aus der Traumlage Zeltinger Sonnenuhr entstehen lässt, dann hat man einen Weltklasse-Wein im Glas. Der 2011er Riesling mit weißer Kapsel (für trocken schmeckende Weine) leuchtet kräftig gelb. Schon die Nase bietet reife Frucht mit deutlichen Schiefernoten.

Am Gaumen cremiger Schmelz, gepaart mit hoher Reife. Exotische, finessenreiche Fruchtaromen wie Limone, Maracuja und Birne in vollendeter Harmonie mit Schiefernoten und Säure. Der Wein zeigt eine enorme Substanz und eine animierende Rasse. Der Devonschiefer-Boden und die wurzelechten Reben der Zeltinger Sonnenuhr lassen elegante und komplexe Rieslinge entstehen. Ein ausdrucksstarker Riesling in optimaler Balance mit langem Nachhall.

Markus Molitor ist ein Wein-Verrückter im positiven Sinne. Kein anderer Moselwinzer verfügt über eine solche Lagenvielfalt. Und jeder Wein wird mit einer ungeheuren Präzision und Sorgfalt in die Flasche gebracht. Der Weinverein hatte 2013 das unvergessliche Vergnügen, eine von Markus Molitor persönlich begleitete Weinprobe im umfassend renovierten Haus Klosterberg zu erleben. Die Location mit dem Verkostungsraum und dem ewig langen Holztisch (siehe Titelbild unserer Homepage) bot einen stilvollen Rahmen für das bevor stehende Riesling-Erlebnis. Die folgende Phalanx trockener, feinherber und edelsüßer Rieslinge ließ die Teilnehmer am Ende der Probe sprachlos zurück.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Juli 2015


2011  Riesling Husarenkappe                                                           

Weingut Burg Ravensburg, Sulzfeld (Baden)

21 Euro

 



Sie müssen nicht, um Urlaubsgefühle zu entwickeln, in die Toskana oder nach Südtirol fahren und dort einen Brunello oder Lagrein schlürfen. Investieren sie ihre Euro besser in eine kurze Fahrt in den Kraichgau. Trinken sie den Riesling Husarenkappe an einem ruhigen Werktag auf der schattigen Terrasse des Burgrestaurants im badischen Sulzfeld.  Es erwarten sie ein umwerfender Ausblick in das „Land der tausend Hügel“ und einer der besten Rieslinge Badens.

Der Legende nach soll Benjamin Freiherr von Göler im 19. Jahrhundert einige Riesling-Setzlinge von Markgraf Friedrich von Baden für seine treuen Dienste als Befehlshaber des badischen Husarenregiments erhalten haben. Diese Setzlinge transportierte er in seiner Husarenkappe nach Sulzfeld und begründete damit den legendären Ruf dieser Einzellage.  Nie wurde eine Husarenkappe sinnvoller genutzt.

Die 2011er Husarenkappe leuchtet strohgelb im Glas. In der Nase entfaltet der Spitzenriesling exotische Fruchtaromen. Im Mund erfasst man dann die straffe Mineralität mit hohem Gipsgehalt und die ganze Komplexität dieses ausgezeichneten Tropfens. Fruchtige Noten nach Maracuja, Aprikose, Pfirsich, Birne und reifer Zitrone aber auch vegetabile Anklänge wie Melisse lassen den Genießer leicht über die Kraichgau-Hügel abheben. Ein unheimlich komplexer Wein mit unverwechselbarer Aromenfülle und langem Finish.

Am besten investiert man die durch die Kurzreise in den Kraichgau gesparten Euro in eine Kiste dieses für Baden außergewöhnlichen Rieslings. Die Toskana und Südtirol werden es verzeihen. 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Mai 2015


2011  Riesling Monsheimer Rosengarten „Auf dem Tal“                                                           

Weingut Milch, Monsheim (Rheinhessen)

13,90 Euro

 

 

 

 

Das rheinhessische Weingut Milch ist in erster Linie für seine fülligen und charakterstarken  Chardonnays, wie den „Valentin“ und den „Blauarsch“,  bekannt. Mit seinem 2011er Riesling „Auf dem Tal“ aus dem Filetstück des Monsheimer Rosenbergs zeigt Milch jedoch, dass er auch rassige Spitzenrieslinge produzieren kann.

Im Bouquet nimmt man beim „Auf dem Tal“ reife Apfelnoten und florale Aromen wahr. Am Gaumen zeigt der Riesling knapp vier Jahre nach der Lese immer noch eine spannungsgeladene Dynamik und ein sehr lebendiges Frucht-/Säurespiel. Der Riesling gibt nach einiger Zeit komplexe dichte Honig- und Fliedernoten frei. Ein kompakter Riesling für gehobene Ansprüche mit intensiver Aromatik. 

Das Weingut Milch ist ein aufstrebender Betrieb, der sich mit individuellen Weißweinen positiv vom allgemeinen Mainstream abhebt. Ein typisches Beispiel für die Weinregion Rheinhessen, die sich auf breiter Front im Aufbruch befindet.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, August 2015


2011 Riesling Kabinett feinherb Herrenberg

Weingut Maximin Grünhaus, Mertesdorf (Mosel)

13,40 Euro

 

Vor den Toren Triers liegt das kleine Ruwertal. Um die beschaulichen Ortschaften Eitelsbach, Mertesdorf, Kasel und Waldrach findet man erstklassige Weinbergslagen mit ausgeprägten Lagentypizitäten. Obwohl die Ruwer als Anbaugebiet keine Erwähnung mehr findet, so haben doch die Rieslinge eine eigene Charakteristik mit hohem Wiedererkennungswert. Der 2011er feinherbe Riesling Kabinett aus dem Herrenberg, der sich im Alleinbesitz des Weingutes Maximin Grünhaus befindet, präsentiert sich kräutrig mit viel Extrakt. In der Nase Zitronenmelisse und ausgeprägte Pfirsichnoten präsentiert er sich jetzt perfekt trinkreif.

Weinempfehlung von Heinz Fuchs, Juni 2015


2010  Riesling Kiedricher Gräfenberg                                                            

Weingut Robert Weil, Kiedrich (Rheingau)

23 Euro

Es gibt nur wenige Alternativen, die einen Riesling-Fan in Deutschland so verzücken wie der Kiedricher Gräfenberg vom Weingut Robert Weil. Und sie finden diesen außergewöhnlichen Tropfen auch in den fast unüberschaubaren Weinregalen der internationalen Flughafen-Shops ganz einfach: Es leuchtet überall das unverwechselbare türkisfarbene Etikett des Weltklasse-Weinguts Robert Weil aus dem Flaschen-Meer heraus. Dieses Etikett ist aber nicht nur ein Marketing-Gag, sondern ein Garant für ausgezeichnete Qualität.  

 

Der 2010er Gräfenberg fließt in mittlerem Goldgelb ins Glas. In der Nase fein parzellierte Aromen nach exotischen Früchten. Im Mund dominieren Fruchtnoten nach Maracuja und Mango den fein strukturierten Riesling. Wunderbar harmonische Frucht-/Säurestruktur. Alles feingliedrig und vielschichtig gewebt. In der weiteren Entwicklung entdeckt man nussige Mandelnoten und sanftes Karamell. Ein langer Abgang lässt den Weingenuss langsam ausklingen.

 

Das Weingut Robert Weil ist ein Aushängeschild der deutschen Riesling-Kultur. Neben trockenen Rieslingen erzeugt Robert Weil hervorragende süße Rieslinge in allen Prädikatsstufen.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Februar 2016


2010 Riesling "Senior" Faß 6

Weingut Peter Lauer, Ayl (Saar)

10,90 Euro

Hinter dem simplen Namen „Senior“ verbirgt sich ein kleines Meisterwerk!

Der Namensgeber dieses herrlichen Weines ist der Seniorchef des Weinguts Peter Lauer.

Nach eigenem Bekunden, sein Lieblingswein.

Die fünfjährige Flaschenreife hat dem Wein sehr gut getan. Gleich einer Sommerwiese erblüht dieser Wein in voller Pracht und strahlt dabei eine unglaubliche Lebendigkeit aus.

Intensive Zitronenmelissearomen, ein Hauch reifer Grapefruit sowie spürbare Kräuteraromen verzücken den Genießer.

Jetzt perfekt trinkreif, lässt dieser edle Tropfen das Herz eines jeden Weinliebhabers höher schlagen, der ihn noch im Keller hat.

Weinempfehlung von Heinz Fuchs, Mai 2015


2008  Riesling Pündericher Marienburg „Fahrlay“                        

Weingut Clemens Busch, Pünderich (Mosel)

28 Euro

Wer sich in das beschauliche Mosel-Örtchen Pünderich verirrt und das Gutshaus aus dem Jahre 1663 von Clemens Busch besucht, um dessen Weine zu verkosten, taucht ab in eine andere Weindimension. Kühle Räume und der Geruch aus längst vergangenen Zeiten erfassen den Besucher, um ihn spannungsgeladen willkommen zu heißen. Die penible Arbeit im Weinberg nach biodynamischen Richtlinien geben seinen Weinen eine unverwechselbare Authentizität und eine extreme Langlebigkeit.  

Die Parzellenbezeichnung „Fahrlay“ innerhalb der Lage Pündericher Marienburg ist geprägt vom Blauen Schiefer. Malerisch an der Fähranlegestelle direkt gegenüber von Pünderich gelegen, finden die Riesling-Reben hier optimale Bedingungen vor.

Der 2008er Fahrlay braucht viel Luft, um dann Düfte nach Usambara-Veilchen und reifen Mirabellen zu verströmen. Zarte Petrolnoten umschmeicheln die Zunge. Cremig mit viel Schmelz, dabei vielschichtig und expressiv im Abgang. Seine enorme Spannkraft lässt diesen gereiften Wein in hellem Glanz erstrahlen.

Es ist kein Wein für alltagsgestresste, hastige Weintrinker, die eben mal ein Glas Wein beiläufig zu einem mittelmäßigen Essen hinunterstürzen. Vielmehr ist der Fahrlay Riesling ein Wein für Dichter und Denker, die in aller Ruhe und Stille dem Wein auf den Grund gehen…

Weinempfehlung von Heinz Fuchs, Februar 2016