2016 Riesling Spätlese Kinheimer Rosenberg

Weingut Geschw. Albertz Erben

Alfred Merkelbach, Ürzig (Mosel)

8,50 Euro

 

 

`Zurück in die Zukunft‘, könnte hier das Motto sein, wenn man die Weine der Gebrüder Merkelbach verkostet. Alfred Merkelbach ist unlängst 84 Jahre alt geworden. Alfred sowie sein zwei Jahre jüngerer Bruder Rolf übernahmen 1951, bedingt durch den plötzlichen Tod ihres Vaters, das Weingut.

 

Seit dieser Zeit bewirtschaften die beiden Junggesellen beste Parzellen in den Lagen Ürziger Würzgarten, Erdener Treppchen und Kinheimer Rosenberg. Auch wenn sich die beiden Weinfreaks altersbedingt in der Anbaufläche verkleinert haben, so zaubern sie doch immer noch wahre Kunstwerke in die Flasche. Die beiden Brüder scheinen ihr Leben dem Wein gewidmet zu haben! Auf die Frage, an welchem Ort auf der Welt sie einmal gerne Urlaub machen würden, antwortete der ältere Bruder Alfred:

 

„Nirgendwo möchten wir hingehen. Der schönste Platz auf dieser Erde ist unser Weinberg mit unvergänglichem Blick auf die Mosel.“ Unermüdlich bringen die beiden jung Gebliebenen Jahr für Jahr klassische Mosel--Rieslinge hervor, die ihresgleichen

suchen. Klein aber fein ist die aktuelle Kollektion. Gerade einmal 12.000 Flaschen vermarkten die Merkelbachs. Gut 80% davon gehen in den Export, die restlichen 20% an ihre treuen Endkunden.

 

Bei meinem letzten Besuch bei den Merkelbachs in Ürzig, durfte ich die 2016er Kinheimer Rosenberg Spätlese verkosten.

Ihre Mutter, aus Kinheim stammend, brachte diesen alter Wingert in die Ehe mit ein. Geradezu ein Geheimtipp ist diese Lage. Nicht so bekannt wie der Ürziger Würzgarten oder das Erdener Treppchen, steht der Kinheimer Rosenberg den Spitzenlagen in nichts nach. 

 

In die Nase strömt ein süßlicher Duft nach reifem Pfirsich und nassem Schiefergestein. Leicht Gold schimmernd im Glas, reflektiert die fruchtige Spätlese das Sonnenlicht und wirft unergründliche Schatten an die Wand. Im Mund zarte Noten nach Ananas, gelben Früchten, Reneklode und einem Hauch von Gold-Kiwi. Seine verspielte Art, exotische Noten, getragen von einer wundervollen Schiefer-Mineralik mit herrlichem Trinkfluss, erheben diesen Ausnahmewein zu einem wahren Monument moselanischer Riesling-Kultur! Druckvoll, ausladend in den Primäraromen sowie zart im Abgang lässt sich dieser Wein zusammenfassend beschreiben:

 

In diesem Weingut liegt in der Vergangenheit die Zukunft! Warum neue Wege gehen, wenn Tradition und jahrzehntelange Erfahrung herausragende Ergebnisse erbringen? Es sind nicht diese modern gemachten Weine mit hohen Säurewerten, schlank und vibrierend, sondern die vollmundigen fruchtigen und runden Weine, die hier im Weingut punkten.

 

Auf die Frage hin, ob sie noch ihren siebzigsten Jahrgang auf die Flasche bringen, antwortete Alfred M. nachdenklich:

„Mal sehen, was die Zeit so bringt…“

 

Weinempfehlung von Heinz Fuchs, August 2018