2015  Lemberger                                                           

Weingut Klenert, Kraichtal-Münzesheim (Baden)

9 Euro

Kann David Klenert auch Rotwein? Diese Frage stellten sich die Kraichgauer Weinfreunde nach der gelungenen Vorstellung der ersten Weißweinkollektion des Jungwinzers im Frühjahr 2016. Spätestens nach der Verkostung des 2015er Lembergers ist diese Frage mit einem klaren „Ja“ zu beantworten.

Der Rotwein präsentiert sich in leuchtendem Rot. Bereits in der Nase sind deutliche Fruchtaromen nach roten Beeren erkennbar. Am Gaumen zeigt sich ein noch intensiveres Fruchtspektrum nach roten Johannisbeeren, reifen Brombeeren und dunklen Kirschen. Die komplexe Frucht und eine pfeffrige Würze stehen im Vordergrund. Der Ausbau im Holzfass ist kaum spürbar. Der Lemberger verfügt über straffe Struktur, weiche Tannine und belebende Säure.  Einer der seltenen Lemberger, der gute Substanz und belebende Frische in sich vereint. Trinkfreude pur.

Der Klenert Lemberger ist der ideale Speisenbegleiter für den schwäbischen Sonntagsbraten: Da hüpft der Zwiebelrostbraten aus der Pfanne und die handgeschabten Spätzle jubeln um die Wette. Der Lemberger ist eindeutig das Flaggschiff des Rotweinsortiments von David Klenert.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, August 2016


2012  Lemberger  Pfaffenhofener Hohenberg

Junges Schwaben                                               

Weingut Wachtstetter, Pfaffenhofen (Württemberg)

25 Euro

 

Es ist eine imposante Erfolgsstory: Vor 15 Jahren gründeten fünf junge Nachwuchswinzer die Gruppe „Junges Schwaben“ und machten sich auf den Weg, ihre Weingüter und den württembergischen Wein insgesamt aus dem Schattendasein heraus zu führen. Inzwischen wurden drei der fünf inzwischen gereiften Winzer in den Elite-Verband VDP aufgenommen: die Weingüter Beurer, Kistenmacher-Hengerer und Wachtstetter. Vor allem Rainer Wachtstetter aus dem weithin unbekannten Zabergäu und dem noch unbekannteren Pfaffenhofen sorgte in den letzten Jahren für Furore. Vorläufiger Höhepunkt seiner steilen Karriere war die Auszeichnung zum „Weingut des Jahres 2015“ für die beste Rotweinkollektion Deutschlands durch den renommierten Weinführer Eichelmann.

 

Rainer Wachtstetter ist der Lemberger-Spezalist in der Winzergruppe. Das Quintett stellt jedes Jahr einen „Junges Schwaben Wein“ aus seiner Lieblings-Rebsorte vor. Wachtstetters 2012er Lemberger Junges Schwaben aus dem Pfaffenhofener Hohenberg beeindruckt bereits im Glas mit einem leuchtend purpur-violetten Rot. In der Nase dichte Aromen nach süßer Schwarzkirsche, grünem Paprika und weißem Pfeffer. Am Gaumen entwickelt sich ein konzentrierter und trotzdem sehr eleganter Lemberger. Noten nach Kirschen, Brombeeren und Pflaume wechseln sich mit Nuancen von Nelke, Graphit, Schokolade und Lebkuchen ab. Der unheimlich komplexe Wein verfügt über ein straffes Tannin-Gerüst und eine merkliche Säure. Eine schöne Länge rundet den harmonischen Weingenuss ab. Eine der besten Lemberger dieses Jahrgangs in Deutschland.

 

Seit Rainer Wachtstetter Mitglied des VDP Württemberg ist, präsentiert er pro Jahrgang zwei Spitzen-Lemberger. Neben dem „Junges Schwaben“ gibt es seither noch das „Große Gewächs“ Glaukos. Beide Weine stammen aus dem Pfaffenhofener Hohenberg, aber aus verschiedenen Parzellen. Es ist jedes Jahr wieder spannend, welcher Lemberger im jeweiligen Entwicklungsstadium die Nase vorne hat. Mir ist es egal, Hauptsache ich habe die Nase drin.

 

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, März 2017

 


2012

Lemberger Fellbacher Lämmler Bergmandel GG

Weingut Heid,

Fellbach (Württemberg)

23 Euro

 

Es ist immer wieder faszinierend, wie einzelne Spitzenwinzer das Niveau einer ganzen Region positiv beeinflussen können. Gerade im historisch von Winzergenossenschaften geprägten Land der Vierteles-Schlotzer haben einige Pioniere in den letzten Jahren für einen breiten Aufbruch gesorgt. In Fellbach folgte auf Veteran Gerhart Aldinger zunächst Rainer Schnaitmann und nun Markus Heid. Zwar betreibt die Familie Heid schon seit dem 17. Jahrhundert Weinbau. Aber erst mit der 10. Generation hat sich der Betrieb mit Markus Heid dem Spitzenniveau genähert und im Eliteverband VDP etabliert.

 

Die Königsklasse in Württemberg ist weiterhin der Lemberger.Und eine der besten Lagen in Württemberg ist der Fellbacher Lämmler. Dort stehen die Reben von Markus Heid am Kappelberg auf kargen Stubensandstein-Böden auf über 400 Metern Höhe. Das Große Gewächs Bergmandel aus dem sehr guten Jahrgang 2012 hat nun eine schöne Reife erreicht. In der Nase Aromen nach dunklen Beeren und Pflaumen. Am Gaumen Wacholder, Brombeeren, es folgt etwas Schokolade und Graphit. Ein komplexer und gut strukturierter Nobelwein mit spürbarem Säurenerv und straffen Tanninen. Das würzige und körperreiche GG hat eine überzeugende Länge und strebt jetzt langsam dem Höhepunkt seiner Entwicklung entgegen.

 

Markus Heid hat in den letzten Jahren eine gewaltige Entwicklung hinter sich gebracht. Er ist im Fellbacher Stadt-Wettbewerb um den besten Lemberger gut im Rennen. Übrigens streben auch nach Heid schon wieder neue schwäbische Talente nach vorne.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, November 2017 


2012 Blaufränkisch "S"

Weingut Seeger, Leimen (Baden)

19,50 Euro

Am nördlichen Rande des Weinanbaugebietes Baden ist Thomas Seeger eine feste Größe und eine Bank für ausdruckstarke Weine. Seine Blaufränkisch "S" und "R" gehören regelmäßig zu den besten Lemberger Deutschlands. Der Blaufränkisch "S" ist deutlich günstiger als sein großer Bruder Blaufränkisch "R" und steht ihm qualitativ in kaum etwas nach. Hiervon sollte man unbedingt ein paar Flaschen im Keller haben.

Dunkle Früchte in der Nase umspielt er schon beim ersten Schluck samtig die Zunge. Waldbeerenaromen gepaart mit einem Hauch Sauerkirsche hat er  einen leicht rauchigen Abgang. Jetzt schon enorm trinkreif  mit einer schönen Dichte.

Weinempfehlung von Heinz Fuchs, Juni 2015


2012  Lemberger Excellance                                                           

Weingut Plag, Kürnbach (Baden)

16 Euro

Philipp Plag sollte bei der aktuellen Erweiterung seiner Betriebsgebäude gleich ein Raubtierhaus anbauen. Denn der Kraichgauer Winzer gewann mit seinen 2011er und 2012er Lembergern Excellance bereits zum zweiten Mal in Folge einen Vaihinger Löwen. Bei dem reinen Lemberger-Wettbewerb um den Vaihinger Löwen siegten die Weine des Weinguts Plag gegen namhafte Konkurrenz jeweils in der Königsklasse: bei den im Barrique ausgebauten Lembergern.

 

Der leuchtend rote Lemberger Excellance von Philipp Plag aus 2012 verströmt reife Brombeernoten. Am Gaumen zeigt sich ein straffes Tanningerüst mit schon überraschend gut eingebundenen Holznoten. Die vielschichtigen Aromen nach Schlehe, roter Johannisbeere, Lorbeer, Nelke  und Fleisch stehen im Vordergrund. Nach einiger Zeit treten Aromen nach Kirsche, Zimt und Gewürzen hinzu. Der dichte Wein vermittelt samtige Eleganz und wohlige Tiefe. Der Lemberger ist noch einige Jahre lagerfähig.

 

Das Weingut Plag hat als aufstrebender Betrieb aus dem Kraichgau bereits überregional Aufsehen erregt. Die weißen und roten Weine bieten jahrgangsübergreifend zuverlässige Qualität zu günstigen Preisen. Verbinden sie ihren Weineinkauf in Kürnbach am besten mit einem hervorragenden Essen in der – allerdings nur zeitweise geöffneten – Weinstube des Gutes. Angst brauchen sie vor dem Besuch übrigens nicht haben. Die Vaihinger Löwen stehen als Goldpokale ganz sanft in einer Vitrine der Probierstube.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Januar 2016


2012  Lemberger Pfaffenhofener Hohenberg

Ernst Combé                                                          

Weingut Wachtstetter, Pfaffenhofen (Württemberg)

16 Euro

Anfang Oktober wird es Zeit, die Rotwein-Saison zu eröffnen. Was liegt da näher, als einen Pfaffenhofener Hohenberg von Lemberger-Spezialist Rainer Wachtstetter aus dem württembergischen Zabergäu zu entkorken.

Der 2012er aus der exklusiven Ernst-Combé-Linie fließt in tiefdunklem Kirschrot ins Glas. Am Rand schimmern purpurfarbene Reflexe. In der Nase rote Johannisbeeren und etwas Lakritze. Am Gaumen eine dichte Komposition aus Pflaume, reifen Waldbeeren, schwarzen Brombeeren, Anklänge von spitzem Bleistift und herbem Schokoladenpudding. Der Lemberger verfügt über stramme Tannine, einen belebenden Säurenerv und eine wohlige Fülle mit langem Nachhall.

Ernst Combé wäre sicher sehr stolz auf die Lemberger seines Enkels. Rainer Wachtstetter hat in den letzten Jahren aus dem bodenständigen Betrieb eines der Spitzenweingüter Württembergs geformt. Die Aufnahme in den Eliteverband VDP und die „Rotweinkollektion des Jahres“ im renommierten Weinführer Eichelmann sprechen für sich. Und es bestehen gute Aussichten, dass sich die Erfolgsstory des Weinguts Wachtstetter in der nächsten Generation fortsetzt.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Oktober 2016


2012 Lemberger

Weingut Wachtstetter, Pfaffenhofen (Württemberg)

7 Euro

Der Basis-Lemberger von Rainer Wachtstetter zeigt ein dichtes Rot mit violetten Reflexen. Bereits in der Nase intensive Fruchtaromen nach Brombeere und Pflaumen. Im Mund kommen rote Johannisbeere, Veilchen und dezent Schokolade und Gewürze dazu. Dabei zeigt der Lemberger durchaus ein straffes Gerüst und eine zupackende Struktur. Bereits der Gutswein bietet viel Wein fürs Geld. In dieser Preisklasse der beste Lemberger seines Jahrgangs. Ein schöner Wein, den sie auch einmal in der angeschlossenen Gaststätte „Adler“ zu einem Kalbsnierenbraten mit Spätzle genießen sollten.

Der bodenständige und sympathische Rainer Wachtsetter ist ein ausgewiesener Lemberger-Spezialist. Seine Lemberger aus dem Zabergäu bieten vom Gutswein, über den „Felix“, die „Jungen Schwaben“ bis zum Großen Gewächs „Glaukos“ eine in sich stimmige Kollektion. Die beiden Top-Lemberger spielen in der Spitzengruppe dieser Rebsorte in Deutschland mit. Der Jahrgang 2012 bringt gegenüber den bereits guten, aber wetterbedingt schwierigeren Vorjahren nochmals eine deutliche Steigerung. Wachtstetter ist Mitglied der Winzergruppe Junges Schwaben, die in den letzten Jahren auch überregional große Beachtung fand. Das Weingut Wachtstetter ist inzwischen - nicht zuletzt wegen der überzeugenden Lemberger -  in den Elite-Verband VDP aufgenommen worden.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Februar 2015


 2011  Lemberger Stettener Mönchberg GG                                                          

Weingut Karl Haidle, Kernen-Stetten (Württemberg)

29,80Euro

 

 

Das Timing des Weinvereins passte wieder einmal perfekt: Kurz bevor die Zeitschrift VINUM Hans Haidle mit dem „Roten Riesen“ zum besten Rotwein-Winzer Deutschlands kürte, führte die Herbstexkursion zielsicher ins Remstal. In einer ausgedehnten Verkostung präsentierte Hans Haidle eine fulminante Phalanx seines roten „Riesenjahrgangs“ 2011. Aus der breiten Palette der hervorragenden Spitzenrotweine stach ein Wein nochmals heraus: Der im Barrique ausgebaute Lemberger aus dem Stettener Mönchberg. Es verwundert nicht, dass dieses Große Gewächs den Sieg beim Deutschen Rotweinpreis in der Kategorie Lemberger einheimsen konnte.

Hans Haidle, der schwäbische Prototyp des cleveren und schaffigen Tüftlers, servierte den Siegerwein mit zurückhaltendem Stolz und dem Selbstbewusstsein des Könners. Tiefdunkles Rot mit violetten Reflexen lassen beim Mönchberg schon optisch einen Extrakt reichen Tropfen erahnen.

Der Mönchberg ist einer dieser raren Weine, die man gar nicht trinken muss, sondern an denen man nur endlos schnuppern könnte. Der Lemberger aus dem Gipskeuper besitzt eine unheimlich komplexe Nase nach Pflaumen, Waldbeeren, gemüsigen Noten und Gewürzen. Immer neue Nuancen wie Nelke, Wacholder, Graphit, Spekulatius und Pfeffer kommen hinzu. Am Ende lohnt sich aber das Trinken natürlich immer. Denn der Lemberger bildet mit seinen weichen Tanninen, der präsenten Säure und seiner herben Opulenz ein harmonisches Grundgerüst für ein breites Aromenspektrum. Die dichte Textur tapeziert jeden Quadratzentimeter im Mund mit Noten nach schwarzen Johannisbeeren, nassem Asphalt, dunkler Schokolade, Sternanis und Eukalyptus. Die Vielschichtigkeit des Weines erzeugt beim Genießer meditative Ruhe und Gelassenheit. Mit einem endlos langen Abgang beschließt der kraftvolle Lemberger ein bemerkenswertes Weinerlebnis. Der Stettener Mönchberg ist einer der großen Lemberger Deutschlands.

Hans Haidle übergibt seinen Musterbetrieb nach einer großartigen Winzerlaufbahn sukzessive an seinen Sohn Moritz. Der junge Rapper Moritz tritt in die großen Fußstapfen des alten Tüftlers Hans. Die junge Generation in Württemberg ist zwar manchmal etwas anders als ihre Väter, schwächer muss sie deshalb aber nicht sein. Aldinger, Dautel und Ellwanger lassen grüßen.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Oktober 2015


2011  Lemberger HADES                                   

Staatsweingut Weinsberg (Württemberg)                                       

25 Euro

HADES: Dieser Lemberger stammt nicht – wie man vermuten könnte - aus der Unterwelt der griechischen Mythologie, sondern vom Staatsweingut Weinsberg. Das Staatsweingut ist Mitglied der 1986 gegründeten Winzergruppe HADES, die sich mit anderen württembergischen Weingütern dem Weinausbau im kleinen Holzfass verschrieben hat. Und dies in einer Zeit, als in Deutschland Holzaromen im Rotwein von offiziellen Weinprüfern noch als Fehlton bewertet wurden. Die anderen Mitstreiter bei HADES sind die Weingüter Fürst Hohenlohe-Öhringen, Graf Adelmann, Drautz-Able, Jürgen Ellwanger und Sonnenhof. Auch bei HADES war die 1868 gegründete „Weinbauschule“ Weinsberg Speerspitze des innovativen Weinbaus in Württemberg. Und sie ist es bis heute geblieben, wie jüngste Erfolge beim renommierten Deutschen Rotweinpreis beweisen.

Der 2011er HADES-Lemberger zeigt sich in dunklem Purpurrot. In der Nase dominiert die prägende Kräuterwürze des vom Weinsberger Schemelsberg mit seinem Gipskeuperboden geernteten Spitzenweins. Diese markante Kräuter-Note macht für viele Lemberger-Freunde einen idealen Lemberger aus. Im Mund entfaltet der Spitzenwein eine vollendete Harmonie zwischen straffer Tanninstruktur, gelungenem Holzeinsatz und komplexen Aromen. Sehr vielschichtig kommen nach und nach Noten nach Kräuterlikör, Waldfrüchten, Holunder, Pflaume, Schokolade, Muskatnuss und mildem Pfeffer zum Vorschein. Gut verpackte Kraft in samtiger Perfektion. Der HADES hat eine erhebliche Länge im Abgang.

Das Staatsweingut Weinsberg verfügt über eine ganze Palette hervorragender Lemberger und roter Cuvées. Nicht zu vergessen ist im Weißweinsegment der in Weinsberg gezüchtete Kerner: Der „Justinus K“ ist die überzeugende deutsche Antwort auf den internationalen Sauvignon Blanc.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Januar 2016


2011  Lemberger Simomroth                                                           

Weingut Schnaitmann, Fellbach (Württemberg)

18,50 Euro

Simonroth. Bei diesem Wort blähen sich bei schwäbischen Weinfreaks die Nüstern und ihre Geschmacksknospen gehen in Alarmbereitschaft. Simonroth ist die Exklusivlinie des Fellbacher Starwinzers Rainer Schnaitmann, benannt nach einem Teilstück seiner Paradelage Fellbacher Lämmler. Rainer Schnaitmann hat 1997 seinen ersten Jahrgang erzeugt und innerhalb weniger Jahre Kultstatus unter den früher eher biederen württembergischen Wengertern erreicht. Und längst gehen die schwäbischen Vierteles-Schlotzer nicht mehr heimlich in den Keller, wenn sie sich eine Flasche Wein für über 10 Euro gönnen. Nein, inzwischen ist es in der Schwaben-Metropole Stuttgart schick, sich mit den Edeltropfen des Weinguts Schnaitmann öffentlich zu schmücken. Und Lemberger steht bei den Schwaben ganz vorne.

Der schön gereifte 2011er Lemberger Simonroth hat eine satte violette Farbe. In der Nase kühle Würze, komplexe Gewürznoten und dunkle Beerenfrucht. Im Mund fächert sich der Wein auf in rote Johannisbeere, schwarze Kirsche, kräftige Schokolade und weihnachtliche Pfeffernuss. Nach einigen Minuten kommen weitere Aromen wie Brombeere, Schlehe, Wacholder, Holzextrakt und etwas Pfeffer hinzu. Der Lemberger Simonroth ist ein gut gestyltes Kraftpaket, das seine Stärken wohl proportioniert und nie überladen ausspielt. Schöne Länge und ein wohliger Abgang beenden den nur ganz langsam endenden Genuss.

Wer über Rotwein in Württemberg spricht, kommt an Rainer Schnaitmann nicht vorbei. Waren in den Anfangsjahren vor allem Spät- und Frühburgunder die absoluten Top-Weine des Ausnahmekönners, so spielen in den letzten Jahrgängen auch die Lemberger in Deutschlands Spitzengruppe mit. Wenn ihnen der Simonroth Lemberger schmeckt, gönnen sie sich für besondere Anlässe noch das Große Gewächs aus dem Fellbacher Lämmler. Nicht billig, aber jeden Cent wert. Denn wenn sich selbst die sparsamen Schwaben diesen Wein leisten, muss er gut sein.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Januar 2017


2011  Lemberger Burg Ravensburg                                                          

Weingut Burg Ravensburg, Sulzfeld (Baden)

10 Euro

Lemberger ist traditionell eine der Paradesorten von Burg Ravensburg. Nach einem Glas dieses kraftvollen Lembergers hat man mit etwas Phantasie den dicken Kraichgau-Ritter Franz von Göler vor Augen, der mit diesem Lemberger in kalten Winternächten dem durch die Burganlage pfeifenden, eisigen Wind Paroli bietet.

Der 2011er präsentiert sich in dunklem Rot. In der Nase deutliche Noten nach  Brombeere und Schlehen. Im Mund zeigt der maskuline Lemberger vier Jahre nach der Lese gut eingebundene Tannine sowie Noten nach Waldbeeren und Gewürzen. Nach einiger Zeit entwickeln sich gemüsige Aromen, begleitet von roten Johannisbeeren, Paprika und Milchschokolade. Der Lemberger ist ein idealer Begleiter zu saftigen Rindersteaks.

Burg Ravensburg zeigt wie die Weingüter Seeger und Plag, dass nicht nur in Württemberg, sondern auch in Baden starke Lemberger produziert werden.    

Weinempfehlung von Manfred Beismann, August 2015


2009  Lemberger Dicker Franz                                                          

Weingut Burg Ravensburg, Sulzfeld (Baden)

22,50 Euro

Der Kraichgau-Klassiker schlechthin ist im Rotweinbereich der Lemberger „Dicker Franz“ vom VDP-Weingut „Burg Ravensburg“. Der Name „Dicker Franz“ stammt von dem im 18. Jahrhundert lebenden Urahn des ortsansässigen  Adelsgeschlechts, Franz von Göler. Der wegen seiner Leibesfülle als „Dicker Herr“ in die Geschichte eingegangene Franz hatte diesen Pracht-Lemberger zu seinem Lieblingswein auserkoren.

Der inzwischen unter dem Synonym „Blaufränkisch“ vermarktete Lemberger aus dem Gipskeuper-Verwitterungsgestein leuchtet tiefrot im Glas. In der Nase deutliche Aromen nach Schwarzkirsche und Schlehen. Am Gaumen zeigen sich eine straffe Säurestruktur und robuste Tannine. Hinzu kommen Noten nach roten Johannisbeeren, Gewürzen wie Thymian und Nelken sowie etwas Zigarrenkiste. Ein muskulöser Lemberger mit würzigem Abgang nicht nur für harte Männer.

Das Traditions-Weingut „Burg Ravensburg“ ist neben dem Bruchsaler Weingut Klumpp das am höchsten bewertete Weingut im Kraichgau. Die Einzellagen am Burgberg „Dicker Franz“ (Lemberger, Schwarzriesling), „Husarenkappe“ (Riesling) und „Löchle“ (Spät, Weiß- und Grauburgunder) gehören zu den Spitzenlagen in Baden. Neben dem Blaufränkisch „Dicker Franz“ produziert „Burg Ravensburg“ an der Spitze seiner Qualitätspyramide noch den exklusiven Blaufränkisch „Corvus“.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, September 2015