2015 Rosé Spätburgunder Reserve

Weingut Aldinger, Fellbach (Württemberg)

18,70 Euro

Vergessen sie die üblichen Beschreibungen über Rosé-Weine wie „frischer Sommerwein“ oder „idealer Terrassen-Tropfen“. Das

württembergische Top-Weingut Aldinger dringt mit dem Spätburgunder Reserve für deutschen Rosé in eine neue Dimension vor. Der im Barrique ausgebaute Rosé wird aus demselben Traubenmaterial gewonnen wie das Spätburgunder Große Gewächs.

Dabei ist er mit seinen 12,5 % Alkohol zwar stoffig, wirkt aber nicht Alkohol lastig.

 

Bereits in der Nase zeigt der lachsfarbene Reserve rauchige Röstaromen und zarte Beerennoten. Im Mund deutliche Himbeer-Aromen, etwas Butter-Gebäck und frischen Mandeln. Hinterlegt ist der Ausnahme-Rosé durch ein stringentes Gerüst und spürbare Säure. Struktur statt süßes Tutti-Frutti. Gute Länge und Würze im Abgang. Der Reserve ist ein ernsthafter Speisebegleiter zu Krustentieren, aber auch zu einem saftigen Steak im Sommer.

 

Was auch immer die Aldingers anpacken, es kommen Spitzenerzeugnisse heraus. Ob Lemberger, Merlot, Cuvées, Sauvignon Blanc oder Sekt. Stets spielt das VDP-Weingut Aldinger an der Gebietsspitze mit. Aktuell dürfte es keinen besseren Rosé in Deutschland geben als den Spätburgunder Reserve..

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, März 2018 


2015  Rosé  Burkheimer Feuerberg (1. Lage)                                                           

Weingut Bercher, Burkheim (Baden)

15 Euro

 

 

 

„Neulich rief mich ein Kunde an und erklärte mir, dass er gerade bei 35 Grad auf seiner Terrasse in der Sonne sitze. Nach einer Flasche Rosé vom Burkheimer Feuerberg sei er jetzt etwas betrunken“, gab Martin Bercher eine seiner vielen Anekdoten zum Besten. Der Kunde hätte wohl besser auf das Etikett geschaut. Dann wäre ihm bei einem Alkoholgehalt von satten 14 Prozent sicher aufgefallen, dass er keinen leichten Sommer-Rosé geschlürft hatte.

Ich bin der Empfehlung von Martin Bercher gefolgt und habe den Rosé des Burkheimer Spitzenbetriebs zu einem saftigen Rinderfilet an einem kühlen Herbsttag genossen. In einem für einen Rosé kräftigen Rot mit fast bräunlichen Rändern fließt der Feuerberg im Glas. In der Nase kaum Fruchtaromen, sondern eher kräutrige Noten. Am Gaumen straffe Mineralität des Vulkangesteins, etwas Holunder und erst danach versteckte Erdbeer- und Himbeer-Noten. Der etwas andere Rosé mit maskuliner Stoffigkeit und gutem Trinkfluss entwickelt sich zu einem druckvollen Power-Trunk. Zum Rindersteak die ideale Kombination.

Das Weingut Bercher zeigt - wie etwa Aldinger in Württemberg -, dass aus hochwertigem Traubenmaterial auch gehaltvolle Rosés gemacht werden können, die mit den üblichen Terrassen-Rosés wenig gemein haben. Diese Wucht-Tropfen stellen gerade in der kälteren Jahreszeit eine interessante Variante zum Rotwein dar.  Für unseren Weinfreund auf der Terrasse hat das Weingut Bercher übrigens auch leichtere Rosés im Angebot.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, September 2017


2015  Rosé                                                           

Weingut Klenert, Kraichtal-Münzesheim (Baden)

7 Euro

Premiere in Münzesheim: Das vor wenigen Wochen gegründete Weingut Klenert stellt seine ersten Weine vor. Der Önologe David Klenert will im Kraichgau individuelle und qualitativ hochwertige Weine in die Flasche bringen. Noch muss der badische  „Garagenwinzer“ einiges improvisieren. Aber die ersten Probierflaschen zeigen bereits deutlich, dass hier mit Leidenschaft und Können ein neues Winzertalent am Start ist. Solchen Nachwuchs braucht die aufstrebende Weinregion.

Der lachsfarbene 2015er Rosé deutet in der Nase dezent erste Beerennoten an. Im Mund fächert sich der Wein mit frischen Aromen nach saftigen Erdbeeren, reifen Himbeeren und kühler Quitte auf. Im Gegensatz zu vielen belanglosen, marmeladigen Rosés mit Gummibärchen-Charakter zeigt Klenerts Erstlingswerk ein mineralisches Grundgerüst und druckvollen Gripp. Ein Kick Restsüße macht den Wein enorm kippfreudig und zum Favoriten für jedes Sommerfest. Werfen Sie den Grill an und lassen sie das Bier im Kasten. Ihre Gäste werden es Ihnen danken.

David Klenert ist mit seinem Weingut ein beachtlicher Start gelungen. Außer Rosé bietet der Jungwinzer aktuell einen Riesling, einen Grauburgunder und ein weißes Cuvée an. Im Sommer folgt ein Lemberger, der derzeit noch im Fass reift. Wer regionaltypische Produkte und trendige Adressen sucht, wird im Münzesheimer Weingut Klenert fündig. 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, März 2016


Wenn im Frühling die ersten Sonnenstrahlen die Kraichgauer Hügel erwärmen, drängt es den Badener ins Freie. Sind die Gartenmöbel platziert und der Grill angeworfen, fehlen nur noch zwei Dinge zum Glück: saftige Steaks und der Rosé vom Weingut Klumpp. Der in kräftigem Rot leuchtende 2014er zeigt in der Nase die typischen Erdbeer- und Beerennoten. Am Gaumen weist der Rosé ein überraschend straffes Gerüst, mineralische Substanz und Himbeer-Aromen auf. Ein erfrischender, höchst animierender Tropfen mit enormen Trinkfluss. Wenn die Sonne längst hinter den Kraichgau-Hügeln verschwunden ist und die Glut im Grill nur noch glimmt, liegt zwar vielleicht noch ein trauriges Steak auf dem Teller. Der Rosé vom Weingut Klumpp ist dagegen mit Sicherheit leer.

Der Rosé ist natürlich nur ein Einstiegs-Wein aus der Phalanx hervorragender Weine des Bruchsaler Weinguts Klumpp. Der auf 25 Hektar angewachsene Bruchsaler Spitzenbetrieb ist Spezialist für weiße Burgunderweine und im Barrique ausgebaute Rotweine. Am besten verkostet man das breite Sortiment im neu eröffneten Gutsgebäude, einem architektonischen Highlight am Tor zum Kraichgau.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, April 2015