2015  Cuvée Rot                                                           

Weingut Klenert, Kraichtal-Münzesheim (Baden)

7,50 Euro

Wie bei seinen gelungenen Weißweinen stellt der Münzesheimer Jungwinzer David Klenert auch im roten Segment eine Cuvée vor. Und wie bei jeder Cuvée rätselt der Weinfreund, welche Rebsorten in dem Wein assembliert wurden.

Die helle Farbe der 2015er Cuvée und die Herkunft des Newcomers aus Kürnbach sprechen für Schwarzriesling. Die Nase nach sanften roten Beeren deutet auf Spätburgunder als weitere Rebsorte hin. Der Tipp ist nur teilweise richtig. David Klenert lüftet das Geheimnis: Die Cuvée besteht aus Spätburgunder und Lemberger.  Am Gaumen hat man jedenfalls einen runden und harmonischen Tropfen. Tiefe Frucht nach reifen Himbeeren und roten Brombeeren stehen im Vordergrund. Im zweiten Antrunk kommen noch dezente Mandel- und Nussnoten zum Vorschein. Der Ausbau im Holzfass und die Säure verleihen der Cuvée Struktur und Rückgrat. Die Cuvée folgt in der Stilistik dem 2015er Spätburgunder von David Klenert, der gleichfalls auf leichte Eleganz und nicht auf alkoholische Wucht setzt.

 

Die Cuvée ist als Speisenbegleiter vielseitig einsetzbar. Versuchen sie es am besten leicht gekühlt zu gegrilltem Fleisch beim nächsten Sommerfest. Sollten - wider Erwarten - einzelne Restflaschen übrig bleiben, können sie den Roten auch noch zum Weihnachtsgebäck probieren. Dies ist jedenfalls besser als jeder Glühwein.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, August 2016


2013  Simonroth Cuvée D                                                             

Weingut Schnaitmann, Fellbach (Württemberg)

13,50 Euro

„Wo kommen denn diese wahnsinnigen Aromen nach roten Johannisbeeren her?“, fragte ich Rainer Schnaitmann bei der Jahrespräsentation des VDP Württemberg in der Stuttgarter Reithalle. „Die kommen vom Cabernet Franc, der im Jahrgang 2013 für die Cuvée D verwendet wurde“, antwortete der Fellbacher Starwinzer.

 

Die Cuvée D ist im Weingut Schnaitmann der Einstiegswein der Nobellinie „Simonroth“. Der dichte Rotwein hat jedes Jahr ein ausgezeichnetes Preis-/Genuss-Verhältnis, im Jahrgang 2013 ist es aber unschlagbar. Die Cuvée kann sich nicht nur der Ingenieur, sondern auch der Facharbeiter vom benachbarten „Daimler“ leisten.

 

Der granatrote Wein aus 2013 betört weiterhin durch eine unheimlich intensive Nase nach roten Johannisbeeren. Neben Cabernet-Sorten enthält die Cuvée in erster Linie Merlot. Der Cabernet verleiht dem ausgezeichneten Roten ein straffes Tanningerüst. Der Merlot rundet das Geschmacksbild harmonisch ab, so dass die würzige Cuvée bereits jetzt sehr rund und trinkanimierend daher kommt. Am Gaumen gesellen sich zu den weiter dominierenden Johannisbeeren Kirschen, Brombeeren und Pflaumen, aber auch etwas Pfefferminz und ledrige Noten. Der dichte Wein hallt lange nach. Die Cuvée hat noch einige Jahre Entwicklungspotenzial.

 

Das Fellbacher Weingut Schnaitmann hat den nicht einfachen Jahrgang 2013 sehr gut gemeistert. Neben der Cuvée D aus dem Mittelsegment zeigt vor allem das elegante und vielschichtige  Große Gewächs vom Lemberger aus dem Fellbacher Lämmler, dass Rainer Schnaitmann zu den absoluten Top-Adressen in Württemberg gehört. 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Juni 2016


2012  Cuvée Naan                                                           

Weingut Seeger, Leimen (Baden)

20,50 Euro

Ein Meisterwerk! Viele Seeger-Fans ziehen die Einstiegs-Cuvée Anna der Spitzencuvée Naan des Rotweinspezialisten vor. Kurz nach der Abfüllung lässt sich dies auch mit guten Gründen vertreten, weil die Anna bereits früher zugänglich ist als die gerbstoffstarke Naan. Mit zunehmender Flaschenreife zeigt aber die zunächst etwas ruppige Cuvée Naan ihr ganzes Potenzial.

Die 2012er Cuvée Naan beginnt nun nach vier Jahren ganz langsam Spaß zu machen, hat aber noch deutliches Entwicklungspotenzial. Thomas Seeger kommuniziert zwar nicht offensiv, welche Rebsorten in der Naan enthalten sind. Es sind aber Cabernet Sauvignon und Lemberger. Ins Glas fließt ein dichter, tiefroter Power-Wein. In der Nase eine Wolke nach Schokolade, Vanille und Krokant. Im Antrunk tapeziert der Naan den gesamten Gaumen mit einer satten, inzwischen harmonischen Aromenfülle aus. Rote und schwarze Beeren, Nougat sowie kühle Gerbstoffe erfassen den Genießer wie eine Monsterwelle. Später entfalten sich Noten nach Gewürzen und Teer. So kaut man sich Schluck für Schluck durch Spitzenqualität.

Ein Kraftprotz für kalte Wintertage. Hoffentlich gibt es einen langen Winter.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Dezember 2016


2012 Cuvée Anna

Weingut Seeger, Leimen (Baden)

14,80 Euro

Anna: Der Kultwein des Weinguts Seeger führt seit über 20 Jahren junge Weininteressierte in die Sphären des höheren Weingenusses ein. Thomas Seeger war mit seiner legendären Anna ein Pionier für hochklassige Cuvées in Deutschland. Der 2012er zeigt sich im Glas als dichter Tropfen. Er verströmt in der Nase rote Beerennoten und Würze. Am Gaumen ein komplexer Wein, der langsam orientalische Gewürze, Beerenfrüchte, Schokolade und frischen Lebkuchen frei gibt.  Der nach seiner Großmutter benannte Rotwein hallt lange nach.

 

Das Weingut Seeger ist das Maß aller Dinge nicht nur an der kleinen Badischen Bergstraße, sondern in ganz Nordbaden. Thomas Seeger war über lange Jahre der einzige Winzer dieser Region, der mit seinen im Barrique ausgebauten Rotweinen in der nationalen Spitze mitspielen konnte. Ein besonderes Erlebnis ist eine von Thomas Seeger persönlich geführte Kellerprobe seiner Rotwein-Kollektion. Sie führt vor Augen, dass für Topqualitäten neben harter Arbeit anhaltende Leidenschaft und wohl ein besonderes Winzer-Gen unabdingbare Voraussetzung sind. Alle im neuen Holzfass ausgebauten Rotweine von Thomas Seeger sind absolute Toperzeugnisse, die erst nach einigen Jahren ihr volles Potenzial offenbaren. Wer bei seinem täglichen Gang in den Weinkeller verhindern will, dass diese Weine zu früh entkorkt werden, ist gezwungen, sich jedes Jahr einen ausreichenden Vorrat an Seeger-Weinen einzulagern. Geduld ist zwar mühsam, aber sie lohnt sich!  Bei der 2012er Anna hätte ich wieder noch etwas warten können.

 

Über die fulminanten Rotweine darf man die großartigen Weißweine von Thomas Seeger nicht unbeachtet lassen. Ob mit Weiß- und Grauburgunder oder dem nach exotischen Früchten schmeckenden Sauvignon Blanc bietet das Weingut Seeger eine breite Palette auch günstiger Weißweine in allen Qualitätsstufen. Ein Besuch in der architektonisch gelungenen Vinothek, die von der charmanten Sanni Seeger geführt wird, lohnt sich immer. Danach sollten sie unbedingt im angegliederten Restaurant Jägerlust einkehren, sonst verpassen sie eine bodenständige Regionalküche auf höchstem Niveau (z. B. saftige Kalbsbäckchen, legendäre Kalbshaxen oder der hausgemachte Kartoffelsalat). In der von der Mutter Ingrid und der Schwester Barbara geführten Jägerlust kann man sogar Biertrinker (!) beim genussvollen Essen beobachten.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, März 2015


2012 Mano Negra

Philipp Kuhn, Laumersheim (Pfalz)

13,50 Euro

Das Spitzen-Cuvée "Mano Negra", zu deutsch“Schwarze Hand“ von Philipp Kuhn, bestehend aus Cabernet Sauvignon und Blaufränkisch, gehört Jahr für Jahr zu den besten Cuvées in Deutschland. Der Cabernet Sauvignon verleiht ihm dabei die würzigen Noten und der Blaufränkisch die Samtigkeit. Tiefgründig mit dunklen Reflexen schimmert er geheimnisvoll im Glas und lässt dabei den Betrachter nicht auf den Grund des Glases blicken. Gleich einem Ozean versinkt man förmlich, Schluck für Schluck, in dem Wein.  Der wuchtige Rotwein mit 14% Alkohol verströmt betörende Düfte nach Dörrpflaumen und Weihnachtsgebäck. Einmal im Mund zündet er ein Feuerwerk von Aromen. Kirsche, Spekulatius, ein Hauch von Brombeeren sowie frisch gemahlener schwarzer Pfeffer. Passend zu Wildgulasch strahlt er an kalten Winterabenden eine wohlige Wärme aus.

 

Der Genießer schließt die Augen und spürt " Weihnachten steht vor der Tür". Mit gerade einmal 13,50 Euro bietet er zudem ein ausgezeichnetes Preis,- Genussverhältnis.

Weinempfehlung von Heinz Fuchs, Oktober 2015


2012 Cuvée Sie und Er

Staatsweingut Weinsberg, (Württemberg)

7,50 Euro

Muss der Staat Wein erzeugen?

Über diese Frage kann man bei der Verkostung dieser granatroten Cuvée aus dem Staatsweingut Weinsberg lange nachdenken. Der Wein verströmt grüne Paprikanoten, die von der beteiligten Weinsberg-Züchtung Acolon stammen dürften. Im Mund gesellt sich eine fruchtige Burgunder-Note hinzu, die von roter Johannisbeere umspielt wird.

 

Insgesamt ergibt sich eine harmonische Cuvée für den täglichen Genuss. Der moderate Preis dürfte nicht nur die Schwaben erfreuen.

 

Fazit: Der Staat muss zwar keinen Wein erzeugen, aber er kann es.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Mai 2015


2011  Cuvée Ypsilon                                                          

Weingut Karl Haidle, Kernen-Stetten (Württemberg)

29,80 Euro

Mit seinen Rotweinen aus dem Jahrgang 2011 wurde Hans Haidle zum „Roten Riesen“ der Zeitschrift VINUM gekürt. Seither konnte das Weingut Haidle 3-mal in Folge den Deutschen Rotweinpreis mit dem Lemberger Stettener Mönchberg gewinnen. Eine einzigartige Serie. Bei dem Hype um die Lemberger gerieten die anderen Spitzenrotweine von Haidle etwas aus dem Blickfeld. Zu Unrecht wie die Spitzen-Cuvée Ypsilon aus dem Riesenjahrgang beweist:

 

Die nach dem Stettener Wahrzeichen, der Y-Burg, benannte Power-Wein hat eine tief rote Farbe mit violetten Reflexen. Im Bouquet komplexe Noten nach Wacholder und Waldbeeren. Im Mund ständig wechselnde Eindrücke wie rote Johannisbeeren, Brombeeren, grüner Paprika, nasser Teer, Pfeffernuss, Nelke und Milchschokolade. Die deutlichen, aber inzwischen gut eingebundenen Tannine vermitteln Kraft und Volumen. Die aus Lemberger, Acolon und verschiedenen Cabernet-Sorten kreierte Cuvée zeigt ein harmonisches Gesamtbild. Mit ihrem nicht enden wollenden Abgang beschließt der Wein ein eindrucksvolles Geschmackserlebnis.

 

Der Ypsilon ist eine der besten Cuvées Deutschlands, die sich auch im internationalen Vergleich behaupten kann. Ein Festtags-Wein!

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Dezember 2015


2011  Cuvée Limberg XI                                                           

Weingut Bercher, Burkheim (Baden)

21 Euro

Eine Rotwein-Cuvée vom Kaiserstuhl? Da müssen auch Weinkenner kurz überlegen. Fündig werden sie bei einem ausgewiesenen Burgunder-Spezialisten, dem Weingut Bercher in Burkheim. Das von den Cousins Arne und Martin Bercher erfolgreich geführte Traditionsweingut zeigt mit diesem Prachtexemplar, dass es auch in Südbaden ausgezeichnete Cuvées gibt.

Die 18 Monate im Barrique ausgebaute Cuvée strahlt granatrot im Glas. In der Nase deutlich Kirsche, etwas Schokolade und dezent rauchige Gewürze. Der aus Cabernet Sauvignon, Spätburgunder, Merlot und Lemberger assemblierte Rotwein zeigt im Mund ein straffes Rückgrat mit gut eingebundenen Tanninen. Harmonische Aromen nach roten Beeren, Schwarzkirsche und Weihnachtsgebäck bieten einen runden Trinkgenuss. Trotz seiner durchaus vorhandenen Kraft überzeugt der Limberg XI mit einer saftigen Frische und unbeschwerten Eleganz. Im Abgang hallt der Wein lange nach.

 

Das VDP-Weingut Bercher stellt Jahr für Jahr eine der besten Kollektionen am Kaiserstuhl. Bercher ist sowohl im Weißwein- als auch im Rotwein-Bereich eine sichere Bank. Badische Weinkultur auf höchstem Niveau.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Dezember 2015


2009 Cuvée Creation

Weingut Dautel, Bönnigheim (Württemberg)

25,50 Euro

Die aus Lemberger, Merlot und Cabernet Sauvignon zusammen gesetzte Spitzen-Cuvée des Bönnigheimer Weinguts Dautel hat eine tiefrote Farbe. Der Wein verströmt ausgeprägte Brombeernoten.

 

Im Mund entwickeln sich vielschichtige Noten von Waldbeeren, Holunder, Schlehe und Schokolade. In der weiteren Entwicklung gesellen sich Pflaume und gemüsige Noten hinzu. Die Holznoten sind gut eingebunden. Langer Nachhall. Insgesamt ergibt sich ein komplexes und harmonisches Cuvée. Der Wein macht Appetit auf Wildgerichte.

 

Das Weingut Dautel stellt mit diesem Wein wieder seine Stellung als württembergischer Spitzenerzeuger mit langlebigen Rotweinen unter Beweis. Dautel senior ist ein Pionier des Barrique-Ausbaus in Württemberg.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Juni 2015