2016 Weißburgunder Achkarrer Schlossberg Spätlese

Weingut Michel, Vogtsburg-Achkarren (Baden)

11,40 Euro

 

 

 

 

 

Erst im Nachhinein fiel mir auf, dass ich bei den Feiern zu meinem 50. und 60. Geburtstag denselben Burgunder als Menu-Begleiter gewählt hatte: den Weißburgunder Spätlese vom Weingut Michel am Kaiserstuhl (natürlich in unterschiedlichen Jahrgängen). Dies zeigt wohl am besten meine Wertschätzung, die dieser Spitzenburgunder seit Jahren bei mir genießt. Und mit

dieser Begeisterung stehe ich nicht allein: Auch der VDP hat das Weingut Michel nach jahrelangen, konstanten Spitzenleistungen in seinen badischen Regionalverband aufgenommen. Josef Michel hat diese besondere Anerkennung sicherlich mit seiner

stoischen Gelassenheit und angeborenen Bescheidenheit zur Kenntnis genommen. 

 

Das Weingut Michel besitzt mit den Flächen im Achkarrer Schlossberg über eine der absoluten Spitzenlagen in Baden. Das

Vulkanverwitterungsgestein mit Lössauflage bietet beste Voraussetzungen für ausgezeichnete Burgunder. In 2016 gab ich bei den Spätlesen dem Weißburgunder knapp den Vorzug vor dem Grauburgunder. 

 

In hellem Goldgelb fließt der Weißburgunder ins Glas. In der Nase findet man prägnante Fruchtaromen nach Melone. Im Mund strahlen gelbfruchtige Noten wie Mirabellen, Limonen, Melonen und Bananen. Fundament dieses Burgunders ist aber eine kräftige Struktur und straffe Mineralität. Die Vulkanböden des Achkarrer Schlossbergs verleihen der Spätlese eine unheimliche Stoffigkeit mit zartem Schmelz ohne die belebende Frische zu verlieren. Der Weißburgunder eignet sich als idealer Speisebegleiter für viele Gerichte.

 

Der Weinumsatz bei meinen Geburtstagsfeiern war beachtlich und die Gäste lobten die Weinauswahl. Dies lag zu einem guten Teil am Weißburgunder des Weinguts Michel. Für meinen 70. Geburtstag habe ich den Pinot schon mal vorgemerkt.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Oktober 2018 


2016 Weißburgunder Sommeracher Katzenkopf

Weingut Max Müller I, Volkach (Franken)

11,50 Euro

 

 

Eines der interessantesten Weingüter Frankens ist aktuell das Traditionsweingut Max Müller I in Volkach. Dort verharrt man aber nicht in der antiquierten Bocksbeutel-Mentalität, sondern sucht immer nach neuen Wegen. Dies gilt für die fränkischen Paradesorten Silvaner (Tipp: Silvaner Eigenart) und die Rieslinge, aber auch für die Burgunderweine.

 

Der 2016er Weißburgunder aus dem Sommeracher Katzenkopf zeigt sich in hellem Goldgelb. In der Nase dominieren gelbe Früchte. Selektive Handlese, lange Maischestandzeit, Spontanvergärung im Stahltank, Ausbau in Halbstückfässern sowie Vollhefelager mit Battonage sind die Rahmenbedingungen für diesen eleganten Pinot. Im Mund entwickelt sich ein außergewöhnlich harmonischer Weißburgunder, der Cremigkeit, Opulenz mit schlanker Grundstruktur vereint. Für Weißburgunder typische Mandel- und Nussaromen mit Steinobstnoten ergeben ein rundes Geschmacksbild.

 

Im Weingut Max Müller I ziehen mehrere Generationen an einem Strang. Der Betrieb hat sich kontinuierlich in der Gebietsspitze Frankens etabliert. Unter diesen Bedingungen schmeckt auch der Bocksbeutel. 

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, März 2018 


2016 Weißburgunder

Weingut Klostermühle, Odernheim (Nahe)

8,90 Euro

Die Weinwelt beschäftigt sich in den letzten Jahren zunehmend mit Rieslingen von der Nahe. Die Weingüter Schäfer-Fröhlich, Emrich-Schönleber und Dönnhoff sind buchstäblich in aller Munde. Aber auch die zweite Reihe im Anbaugebiet und die anderen Rebsorten sind einen Versuch wert.

 

Am besten machen sie diese Erfahrung bei einem Kurzurlaub im Meisenheimer Hof. Das Hotel verfügt nicht nur über individuell gestaltete Räume und ein ausgezeichnetes Restaurant, es hat auch ein angegliedertes Weingut im Portfolio. Die Weine des Weinguts Klostermühle können sie stilvoll bei einem schmackhaften Menu im lauschigen Innenhof des Hotels genießen.

 

Schon im Basisbereich überzeugt das Sortiment der Klostermühle. Der Weißburgunder aus 2016 zeigt in der Nase gelbfruchtige

Aromen. Am Gaumen folgt ein schöner Trinkfluss getragen von Noten nach weißen Blüten, Mango und Ananas. Im Gesamteindruck ein sanfter und harmonischer Vertreter dieser Rebsorte, die als Speisebegleiter unübertroffen ist.

 

Übrigens entstand das Weingut Klostermühle Odernheim bereits im Mittelalter als Wirtschaftshof des Klosters Disibodenberg. In dem Kloster wirkte Hildegard von Bingen über 30 Jahre. Das Weingut besitzt heute über ausgezeichnete Lagen wie Montfort, Disibodenberg und Kapellenberg.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Februar 2018


2016  Weißburgunder                                                           

Weingut Klenert, Kraichtal-Münzesheim (Baden)

7 Euro

„Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die einschlägigen Weinführer auf David Klenert aufmerksam werden“, hatte ich in meinem Portrait über das Münzesheimer Weingut Klenert im September 2016 prophezeit. Für diese Prognose wurde ich von anderen Kraichtaler Weinnasen etwas belächelt. Denn nirgendwo gilt der Prophet weniger als im eigenen Land, wie schon die Bibel im Markus-Evangelium zu berichten weiß. Bereits wenige Monate später erfüllte sich die Prophezeiung: Das Weingut Klenert hat es gleich mit seinem Debut-Jahrgang in den renommierten Weinführer Eichelmann geschafft. Herzlichen Glückwunsch!

 

Und David Klenert gibt weiter Vollgas: Mit dem neuen Jahrgang 2016 hat der badische Jungwinzer nicht nur seine Rebflächen im Kraichgau deutlich vergrößert, sondern auch das Sortiment erweitert. Neben einem wunderschönen Auxerrois stellt das Weingut Klenert erstmals einen Weißburgunder vor. Weil seine Debut-Weine schnell vergriffen waren, hat das Nachwuchstalent David Klenert den 2016er Weißburgunder schon vor Weihnachten abgefüllt.

 

Der grünlich-gelbe Weißburgunder verströmt in der Nase zarte Aromen nach Mandarine und Grapefruit. Am Gaumen entwickelt der im Lösslehm gewachsene Pinot dann Noten nach reifen Mirabellen, rotem Pfirsich und grünem Apfel. Insgesamt ergibt sich durch die angenehme Restsüße ein zugänglicher und frischer Tropfen für jeden Anlass. Ob als Speisenbegleiter etwa zu Lachsnudeln oder solo an einem lauen Frühlingsabend macht der Weißburgunder immer enormen Spaß.

 

Die 2016er Weißweine von David Klenert setzen die positiven Ergebnisse des Vorjahres fort. Das Weingut Klenert wird seinen Weg machen. Es gibt eben auch einfache Prophezeiungen.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Januar 2017


2015  Weißburgunder Bickensohler Herrenstück                                                       

Weingut Holger Koch, Bickensohl (Baden)

11 Euro

 

Der Kaiserstuhl hat viele Spitzenweingüter, die überwiegend Burgunder im Angebot haben. So ist es sicher nicht leicht, in diesem gesegneten Landstrich ein neues Weingut zu etablieren. Holger Koch ist es gelungen. Nach einem Praktikum bei Graf Neipperg im Bordeaux und einer mehrjährigen Tätigkeit als Kellermeister bei Franz Keller gründete er 1999 sein eigenes Weingut. Der Newcomer konzentriert sich mit seinen mageren Bickensohler Löß-Lagen auf die Rebsorten Weiß-, Grau- und Spätburgunder. Die Weine werden spontan vergoren.

 

Der im Holzfass ausgebaute 2015er Weißburgunder aus dem Herrenstück zeigt prototypisch die Stilistik der Koch-Weine. Finessenreiche Burgunder, die nicht mit Primärfruchtaromen, sondern mit feiner Mineralität brillieren. Der goldgelbe Weißburgunder hat leichte Aromen nach Mandeln und Suppenkräutern. Im Mund entfalten sich wunderbar harmonische Karamell- und Kokosnoten. Eine zurückhaltende, fast aristokratische Eleganz verspricht ein ausgezeichnetes Entwicklungspotenzial. Der Burgunder ist kein Blender, sondern ein tiefgründiger Charakter-Wein.

 

Holger Koch hat Bickensohl auf der Weinkarte des Kaiserstuhls fest verankert. Er pirscht sich langsam an die Gebietsspitze am Kaiserstuhl heran.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Mai 2017


2015 Weißburgunder Saulheimer Kalkstein

Weingut Thörle, Saulheim (Rheinhessen)

12,90 uro

 

Rheinhessen ist das größte deutsche Anbaugebiet. Hinter den Top-Gütern Keller und Wittmann gibt  es hier eine stattliche Anzahl weiterer Spitzenbetriebe. Ein hervorragender Betrieb, der (noch) nicht Mitglied im VDP ist, ist das Saulheimer Weingut Thörle. Die Thörle-Brüder beschränken sich nicht auf Riesling, sondern haben auch hervorragende Burgunder und Silvaner im Angebot.

Das Markenzeichen der Thörle-Weine ist ihre cremige Dichte und Komplexität.

 

Bereits die Ortsweine wie der Weißburgunder Kalkstein werden von Hand selektioniert gelesen und mit den eigenen Hefen vergoren. Der Burgunder stammt aus Parzellen der Top-Lage Hölle. Der Wein lagert ein halbes Jahr auf der vollen Hefe, was eine unheimliche Cremigkeit mit sich bringt. In der Nase zeigt der Weißburgunder Aromen von gelben Früchten, vor allem Melone.

Am Gaumen dominiert die kalkige Mineralität, gepaart mit stoffigen Fruchtaromen nach Mirabellen. Ganz feine Holznoten und die hervorstechende Cremigkeit machen den Pinot zu einem opulenten Vertreter seiner Rebsorte. Nicht nur als First-Class-Wein bei der Lufthansa befindet sich der Kalkstein-Weißburgunder im Steigflug.

 

Die Thörle-Brüder geben weiter Vollgas. Derzeit bauen sie für ihr 19 Hektar großes Gut ein neues Betriebsgebäude. Dort sollen den Kunden in neuem Ambiente und bei schönem Blick auf die Reblandschaft die Vorzüge der Thörle-Weine näher gebracht werden. Die Chancen stehen gut, dass das gelingt.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, März 2018 


2015  Weißburgunder Esprit                                                           

Weingut Bosch, Kronau (Baden)

7,40 Euro

Das Weingut Bosch aus dem Kraichgau gliedert sein Sortiment in die Linien Young Elements, Esprit, Signatur und Charisma. Die Esprit-Linie bringt lebendige und fruchtige Weine für den täglichen Genuss ins Glas. Bei Betriebsleiter Andreas Braunecker kann man aber sicher sein, dass er bereits bei seiner Basislinie ambitionierte Tropfen präsentiert. Denn die Basisweine sind das Aushängeschild und der Türöffner für jedes Weingut. Mit diesem Weißburgunder aus dem überdurchschnittlichen Jahrgang 2015 schließt der Geisenheim-Absolvent die Tür für seine höherwertigen Linien weit auf.

 

Der 2015er Weißburgunder Esprit fließt in hellem Goldgelb ins Glas. In der Nase typische Noten nach Mandeln. Im Gaumen entfaltet sich ein druckvoller Burgunder mit eleganter Mineralik aus dem Kalkstein. Ein fein strukturierter Burgunder, der druckvoll und straff daherkommt und guten Trinkfluss entwickelt.  Ein schöner Weißburgunder, der vor allem in der wärmeren Jahreszeit viele Freunde finden wird.

 

Der Weißburgunder ist ein sehr gelungener Einstieg in die 2015er Weißweinkollektion des Weinguts Bosch. Er weckt die Vorfreude auf die Signatur- und Charisma-Weine.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Dezember 2016


2015  Weißburgunder                                                           

Weingut Kruger-Rumpf, Münster-Sarmsheim (Nahe)

10 Euro

Das Anbaugebiet Nahe war einmal für die Vielfalt seines Rebsorten-Portfolios bekannt. Erst in den letzten Jahren hat sich durch den Riesling-Hype des VDP der Blick auf diese Rebsorte verengt. Aber es gibt an der Nahe auch noch VDP-Weingüter, die weiterhin ein breites Rebsorten-Spektrum anbieten. Dazu gehört das Weingut Kruger-Rumpf in Münster-Sarmsheim.

Das 40 Hektar große Weingut Kruger-Rumpf hat verschiedene weiße Burgunder-Sorten im Angebot. Bereits der Weißburgunder Gutswein aus 2015 bietet schönen Trinkgenuss. Der blassgelbe Pinot mit grünlichen Reflexen verströmt in der Nase mineralische Noten und Mandelaromen. Im Mund ein frischer Wein, der von zarten Birnen- und Pfirsichnoten geprägt ist. Der vom Löss stammende Burgunder vermittelt im Gesamteindruck eine herbe Frische, die den Wein als Speisenbegleiter in der wärmeren Jahreszeit prädestiniert. Ein schöner Einstieg in das umfangreiche Sortiment von Stefan Rumpf.

 

Wenn sie einen Kurzurlaub an der Nahe verbringen, sollten sie unbedingt im Restaurant des Weinguts Kruger-Rumpf vorbeischauen. Die Küche bietet eine ausgezeichnete Qualität, die im Zusammenspiel mit den hervorragenden Weinen einen genussreichen Aufenthalt garantiert.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, März 2017


2014 Weißburgunder Hilsbacher Eichelberg GG

Weingut Heitlinger, Tiefenbach-Östringen (Baden)

22 Euro

 

Geschäftsführer Claus Burmeister und Investor Heinz Heiler haben in den letzten Jahren mit den auf über 100 ha angewachsenen Weingütern Burg Ravensburg und Heitlinger einen der größten privaten Weinbaubetriebe Deutschlands geschaffen. Zuletzt gelang auch die Umstellung auf ökologischen Anbau. Beide Weingüter sind wieder Mitglieder im exklusiven VDP Baden. Claus Burmeister ist nebenbei Initiator der Weißen Burgunder Charta, in der 15 Weingüter des Kraichgaus und der Badischen Bergstraße dem Weinanbau in Nordbaden zu seiner verdienten Strahlkraft verhelfen wollen.

 

Das Weingut Heitlinger hat in den letzten Jahrgängen vor allem gut trinkbare Guts- und Ortsweine aus weißen Burgundersorten bei einer breiten Käuferschicht positioniert. In der Zukunft gilt es, auch bei den Großen Gewächsen an die Gebietsspitze aufzuschließen. Im Kraichgau herrschen auf engstem Raum unterschiedliche geologische Verhältnisse mit Kalk-, Keuper- und

Mergelböden. Dies bietet die Chance, das Potenzial und die Typizität der einzelnen Lagen herauszuarbeiten.

 

Am Hilsbacher Eichelberg erntet das Weingut Heitlinger einen eigenständigen Pinot Blanc. Geschützt von einer bewaldeten Bergkuppe mit bis zu 50 Prozent Steigung ist die Lage von Keuper- und Löss-Böden geprägt. In der Nase des goldgelben Weißburgunders dominieren erdige und mineralische Noten. Am Gaumen florale Aromen sowie etwas Mandeln, Minze und Nüsse. Die alten Reben ergeben eine kühle Stilistik, dichte Struktur und vollen Körper. Die Fruchtaromen nach gelbem Steinobst wie Mirabellen und die gut eingebundenen Holzaromen bleiben dezent im Hintergrund. Der Weißburgunder ist kein Lautsprecher mit grellen Primärfruchtaromen, sondern ein wertiger Individualist für Kenner.

 

Der 2014er Weißburgunder deutet an, zu was die Burgunder-Lagen im Kraichgau fähig sind. Elegante, straffe Spitzengewächse als

hochwertige Begleiter gehobener Küche. Das Potenzial im Kraichgau ist noch lange nicht ausgeschöpft.

 

Weinempfehlung von Manfred Beismann, April 2018


2014  Weißburgunder Kabinett Achkarrer Schlossberg                                                           

Weingut Michel, Achkarren (Baden)

8,20 Euro

Es ist Jahr für Jahr ein Genuss, die Weiß- und Grauburgunder der drei Qualitätsstufen Kabinett, Spätlese und Spätlese *** aus dem Achkarrer Schlossberg von Josef Michel zu verkosten. Aus dieser privilegierten Spitzenlage am Kaiserstuhl gelingt dem Weingut Michel regelmäßig eine Phalanx glockenklarer, fruchtiger Pinots, die prototypisch für badische Burgunder stehen können.

 

Im Kabinettsbereich begeistert im Jahrgang 2014 vor allem der Weißburgunder. Der goldgelbe Schlossberg zeigt bereits in der Nase deutliche Fruchtaromen. Im Mund strahlen kräftige Noten nach Pfirsich und Melonen aus. Für diese Qualitätsstufe hat der Wein eine außergewöhnliche Komplexität. Die Vulkanböden des Achkarrer Schlossbergs verleihen dem Kabinett eine unheimliche Stoffigkeit ohne die belebende Frische zu verlieren. Solchen Kabinettweinen mit hohem Extrakt und vergleichsweise moderatem Alkohol gehört die Zukunft. Der Weißburgunder ist ein idealer Speisebegleiter für viele Gerichte.

 

Das Weingut Michel gehört zu den Spitzenweingütern am Kaiserstuhl. Michel bietet konstant hohe Qualität zu äußerst fairen Preisen. Ein absoluter Vorzeigebetrieb.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Dezember 2015


 2014  Weißburgunder          

Weingut Klumpp, Bruchsal (Baden)

9,50 Euro

                                             



Das Weingut Klumpp ist Mitglied der am 21.04.2015 gegründeten „Weiße Burgunder Charta“. In dieser Winzervereinigung sind 15 Weingüter aus dem Kraichgau und der Badischen Bergstraße zusammengeschlossen. Die Charta hat die weißen Burgunder als Leitsorten für diese Weinregionen auserkoren. Klumpp ist eines der Spitzenweingüter dieser Vereinigung.

 

Der 2014er Weißburgunder aus der Basislinie des Weinguts Klumpp ist schon ein respektabler Genussbotschafter für den Kraichgau. Der grüngelbe Burgunder hat eine schöne Nase nach weißem Pfirsich. Im Mund entfaltet sich ein fast vibrierender Wein. Man schmeckt Fruchtaromen nach Melone, Aprikose und wiederum weißem Pfirsich. Ein bodengeprägtes Grundgerüst und die dezente Restsüße verbinden sich zu einem unheimlich animierenden Wein, der Trinkfreude pur bietet.

 

Mit solchen Weinen kann die neu gegründete Charta sicherlich auch überregional Erfolge feiern. Das Weingut Klumpp kann dabei mit seinen hochwertigen Lagenburgundern auch verwöhnten Weinfreunden noch eine Steigerung bieten.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Mai 2015


2014  Weißburgunder Gutswein                                                           

Weingut Wolf, Birkweiler (Pfalz)

5,70 Euro


 



Es ist schon erstaunlich, mit welcher Regelmäßigkeit der Birkweiler Talentschuppen immer neue hoffnungsvolle Nachwuchswinzer hervorbringt. Jüngstes Beispiel ist Mathias Wolf, der dem Weingut mit seinem Optimismus und seiner Kreativität in kürzester Zeit zu einem enormen Qualitätssprung verholfen hat. Selbst für seine Eltern Gisela und Klaus entpuppt sich der Einstieg ihres Sprösslings zum Jungbrunnen. Im Weingut Wolf herrscht Aufbruchsstimmung.

 

Mathias Wolf hat das Sortiment des Weinguts in Anlehnung an die VDP-Klassifikation klar in vier Qualitätsstufen strukturiert. Bei den Rebsorten dominieren Riesling, Weißburgunder und Chardonnay. Bereits der 2014er Weißburgunder Gutswein zeigt mit

13 % Alkohol Muskeln und mineralische Substanz. Gleichwohl ist der goldgelbe Burgunder mit einer vibrierenden Frische ausgestattet. Es entfalten sich harmonische Aromen nach Mandeln und gelben Früchten. Ein wunderbarer Basiswein für wenig Geld, der Lust auf die höherwertigen Orts- und Lagenweine macht.

 

Es steht zu erwarten, dass die Birkweiler Spitzenwinzer mit Mathias Wolf in den nächsten Jahren einen hochkarätigen Kollegen erhalten werden. Seine Mitstreiter werden sich darüber freuen. Das Geheimnis des Birkweiler Talentschuppens ist nämlich, dass man hier junge Kollegen als Bereicherung und nicht nur als Konkurrenz sieht. Dies zeigen gemeinsame Aktivitäten der Birkweiler Weingüter wie der Birkweiler Weinfrühling oder die Bewässerung in der Spitzenlage Kastanienbusch. Dieser Gemeinschaftssinn nutzt allen Beteiligten. Denn die in der Südpfalz einmalige Ansammlung interessanter Weingüter lockt eine immer größere Fangemeinde in das idyllische Weindorf.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, August 2015


2013  Weißburgunder „Fyerst“ GG                                                         

Weingut Schlör, Reicholzheim (Baden)

19 Euro

Zwar sind derzeit in der deutschen Weinszene vor allem die Rotweine von Konrad Schlör im Blickpunkt. So kürte der Weinführer Eichelmann die Rotweine des einzigen VDP-Weinguts aus dem badischen Tauberfranken zur „Rotweinkollektion des Jahres“. Der Schwarzriesling des sympathischen Winzers erlebt aktuell einen richtigen Hype, so dass er innerhalb kurzer Zeit ausverkauft ist. Es wäre aber ein Fehler, die erstklassigen Weißweine von Konrad Schlör nicht zu probieren.

 

Das Weingut Schlör besitzt erstklassige Flächen im Reicholzheimer First (historische Schreibwe: Fyerst). In dieser exponierten Spitzenlage mit Muschelkalkböden bauten schon die Zisterzienser des benachbarten Klosters Bronnbach vor Jahrhunderten Wein an. Nicht nur im Taubertal ist dies ein klares Indiz für wertvolle Anbauflächen. Muschelkalk ist prädestiniert für Burgunder-Sorten.

Das eindeutige Highlight im weißen Segment von Konrad Schlör ist der Weißburgunder „Großes Gewächs“ aus dem Fyerst. Der 2013er verströhmt in der Nase florale Noten sowie Aromen nach Birne und Mirabelle. Am Gaumen kommen Flieder und Veilchen, Grapefruit, Orangenschalen und ein Hauch Karamell hinzu. Die große Stärke dieses komplexen Weins liegt aber in der zarten Eleganz, der die dichte Struktur und den gekonnten Holzeinsatz zu einem ungemein harmonischen Gesamtbild zusammen fügt. Der Fyerst ist ein hervorragender Essensbegleiter, der kühle Klasse und gebändigte Kraft vereint.

 

Ein großartiger Weißburgunder, der bundesweit in der Spitzengruppe mitspielt. Wie sein sympathischer Schöpfer kein Lautsprecher, aber ein Meister seines Fachs.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, Mai 2016


2012 Weißburgunder Stückfass

Weingut Gies-Düppel, Birkweiler (Pfalz)

10,50 Euro

Der Weißburgunder „Stückfass“ von Gies-Düppel schimmert blass-gelb mit grünen Reflexen im Glas. In der Nase folgen die für Weißburgunder typischen Nussnoten. Im Mund zeigt sich eine herbe, kräuterige Frische mit Anklängen gelber Früchte. Bei aller nuancierter Zartheit zeigt der Weißburgunder durch den Ausbau im großen Holzfass Kraft und Struktur. Ein herber und puristischer Burgunder mit guter Länge. Ein Wein für Fortgeschrittene.

 

Das Weingut Gies-Düppel hat eine breite Palette an Burgundern und Rieslingen vor allem aus den Birkweiler Spitzenlagen Kastanienbusch und Mandelberg im Angebot. Dem Weingut Gies-Düppel gelingt es immer besser, die Lagencharakteristik und die unterschiedlichen geologischen Verhältnisse in seinen Weinen herauszuarbeiten. Volker Gies hat in den letzten Jahren viel in das Weingut investiert, nicht zuletzt in den großartigen Verkostungsraum mit schönem Ausblick über Birkweiler und die Weinberge. Gies-Düppel spielt in der beachtlichen Liga der Birkweiler Winzer in der Spitzengruppe mit.

Weinempfehlung von Manfred Beismann, März 2015